Folge 24: Longevity – länger gesund leben
Shownotes
Wie gelingt es, nicht nur länger, sondern vor allem länger gesund zu leben? Björn Schumacher vom Institut für Genomstabilität bei Alterung und Erkrankung an der Universität zu Köln erklärt, welche Rolle das Erbgut und unser Lebensstil dabei spielen.
Mehr über Longevity lest ihr in Ausgabe 02|26 von Bild der Wissenschaft und online: https://www.wissenschaft.de/bdwplus/die-gebrechlich-keit-des-genoms/ Zum Artikel über Tauchroboter: https://www.wissenschaft.de/bdwplus/reger-verkehr-unter-wasser/
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Transkript anzeigen
00:00:00: Herzlich willkommen zur neuen Folge des Bild der Wissenschaft Podcast.
00:00:03: Heute geht es um das Thema Long Jevity.
00:00:06: Gesund, alter.
00:00:10: Bild der Wissenschaft.
00:00:12: Podcast.
00:00:24: Möglichslange Leben und trotzdem Kern gesund bleiben.
00:00:27: Ist das tatsächlich möglich?
00:00:29: Glaubt man, den Gruß der Gesundheitszene kann man spielend hundert Jahre oder sogar älter werden.
00:00:34: Long Jevity heißt das Modewort zu Deutsch Langlebigkeit.
00:00:38: Durch die Transfusion von Blutplasma jüngere Menschen und durch allerlei moderne Wirkstoffe lassen sich dem Alter ein Schnippchen schlagen.
00:00:46: So heißt es.
00:00:47: Ob das tatsächlich stimmt?
00:00:48: Darüber spreche ich heute mit dem Altersforscher Björn Schumacher von der Universität Köln.
00:00:54: Er ist dort Direktor des Instituts für Genomstabilität in Alterung und Erkrankung.
00:00:59: Herzlich willkommen Herr Schumacher.
00:01:01: Schön, dass Sie da sind.
00:01:02: Sehr gerne.
00:01:03: Ja, gesund, hundert Jahre und älter werden davon träumen die Menschen glaube ich schon sehr lange.
00:01:08: Zumindest ist mir bei diesem Thema sofort das Bild von Lukas Kranach in den Kopf gekommen aus dem sechzehn Jahrhundert der jungen Brunnen.
00:01:14: Wir steigen auf der einen Seite gebrechliche Menschen in den Brunnen ein und rechts dann wieder raus und kommen taufrisch und jung dann eben aus dem Wasser.
00:01:23: Wie sehen Sie das?
00:01:24: Hätten Sie Lust, hundert oder hundertzwanzig Jahre alt zu werden, wenn das möglich wäre?
00:01:28: Ja, natürlich.
00:01:29: Das Leben ist ja durchaus positiv und wir sollten so lange leben wollen, wie wir können, aber natürlich in guter Gesundheit.
00:01:37: Das ist das Entscheidende.
00:01:39: Ja, ganz witzig.
00:01:40: Ja, aber am Wochenende im Artikel über Dick van Dijk gelesen.
00:01:42: Dick van Dijk wird hundert.
00:01:43: Ich weiß nicht, ob Sie das auch gesehen haben.
00:01:44: Das ist der Schornsteinfeger aus Mary Poppins, der in den sechziger Jahren durch den Film berühmt wurde.
00:01:50: Der ist genau hundert geworden.
00:01:52: Und er sagt, das zitiere ich mal, hundert Jahre alt zu werden, habe auch nicht so schöne Seiten.
00:01:57: Jede Einzelne meiner engsten und lebenslangen Freunde ist von uns gegangen und das fühlt sich genauso einsam an wie es klingt.
00:02:03: Das heißt, das setzt ja voraus, dass alle anderen dann auch genauso alt werden, wenn man Freude daran haben will.
00:02:08: Ja, sicherlich.
00:02:08: Wir wollen ja gemeinsam zusammen alt werden.
00:02:12: Das ist natürlich entscheidend, dass man auch das soziale Umfeld noch hat, dass man Freunde, dass man seine Umgebung, seine Familie hat.
00:02:20: Das sind alles Dinge, sicherlich wichtig sind.
00:02:23: Und in der Gesamtheit muss natürlich das Leben immer genießbar und erstrebenswert sein.
00:02:30: Ich habe sie gerade als Alternsforscher vorgestellt mit dem Ende.
00:02:33: Ich glaube, das Ende ist wichtig.
00:02:34: Das ist richtig.
00:02:35: Oder es geht also in ihrer Forschung nicht um das Alter an sich, sondern um den Prozess des Alterns.
00:02:40: Das ist genau richtig.
00:02:41: Denn Altern ist ein Prozess, der uns unser ganzes Leben lang begleitet.
00:02:46: Wir altern immer fort.
00:02:48: Und Eltern ist eben nicht nur alt sein, sondern es ist wirklich der lebenslange Prozess.
00:02:55: Und deswegen müssen wir unser Leben auch so leben, dass wir möglichst lange auch unser Leben genießen können und möglichst lange gesund dabei bleiben.
00:03:02: Das
00:03:03: klingt so nach den üblichen Dingen ausreichend schlafen, nicht rauchen, wenig Alkohol und diesen Grundregeln auch irgendwo, abgesehen von dem Trend longevity.
00:03:12: Ja sicher, also wir haben viel in unserer Hand.
00:03:15: Das ist ja das Entscheidende.
00:03:17: Und vieles können wir heute schon tun.
00:03:19: Aber es steht noch viel vor uns.
00:03:21: Viel müssen wir noch erreichen.
00:03:23: damit wir wirklich gesund altern können und diese Krankheitsspanne am Ende des Lebens, die momentan über zehn Jahre unseres letzten Lebensabschnitts einnehmen, die müssen wir komprimieren.
00:03:37: Das ist absolut entscheidend.
00:03:39: Und dabei geht es nicht nur um uns Selma, die wir natürlich gesund bleiben wollen, aber es geht auch um die ganze Gesellschaft.
00:03:47: Denn mit dem demografischen Wandel müssen wir unbedingt umschwenken, damit wir auch eine gesundalterne Gesellschaft bleiben.
00:03:56: Ja, das heißt, wenn wir immer älter werden, aber auch immer gebrechlicher, jeder der krank wird, ist dann noch ein Kostenfaktor für die Gemeinschaft.
00:04:03: So, das klingt so ein bisschen mit solchen Zahlen durch.
00:04:05: Aber eine andere Frage, Sie sagten gerade so die letzten zehn Jahre, an welche zehn Jahre denkt man denn tatsächlich, wo wird es denn heute tatsächlich, sag ich mal, schwierig, wo man also langsam seine Gesundheit verliert?
00:04:15: Genau, also die rote Zone, die ist eben der ganzen Gruppe der über sixty- jährigen eigentlich, wo über die Hälfte in der Alternsklasse an zwei oder mehr chronischen Krankheiten leidet.
00:04:28: Ab von nur sechszig tatsächlich schon.
00:04:30: Naja, das kommt auch darauf an.
00:04:31: Also wir sind ja immer auch alle etwas unterschiedlich.
00:04:35: Also es gibt Menschen, die sind auch mit achtzig noch gut dabei und in voller Gesundheit.
00:04:40: Und es gibt andere, bei denen geht es schon in den sechziger Jahren wirklich bergab mit schweren Krankheiten.
00:04:47: Und diese Individualität des Alterns, der persönliche Alternsverlauf, kann ganz unterschiedlich sein.
00:04:56: Und das ist eben ganz entscheidend.
00:04:58: Wir haben eine durchschnittliche Lebenserwartung um die Achtzig.
00:05:02: Aber das ist ja nur der Durchschnitt.
00:05:03: und da gibt es Menschen, die auch in hohem Alter noch sehr gesund und sehr fideal sind.
00:05:08: Und es gibt andere, bei denen geht es eben schon sehr viel früher los.
00:05:12: Und diese Unterscheidung, die ist ganz, ganz wichtig.
00:05:15: Das ist nämlich das biologische Alter, was ganz anders ist als das chronologische Alter.
00:05:21: Und sie sind ja direkt aus den Instituts für Genomstabilität.
00:05:24: Da kommt diese ganze Genetik schon so ein bisschen mit im Namen.
00:05:27: Wenn sie sagen, also individuell unterschiedlich, ich denke, da spielt die Genetik eine große Rolle.
00:05:32: Aber bevor wir richtig einsteigen, eine Frage noch, also auch beim Alter und langen Leben, da fallen mir dann oft so diese, weiß ich, ob Stereotypen sind, aber die Bilder von japanischen Damen ein, man hört auch von japanischen Damen, die besonders alt werden, hundertfünfzehn, hundertsechzehn, oder so, ich glaube ich, die Maxima.
00:05:47: Hat das auch schon was mit Genetics zu tun?
00:05:48: Sind wir da schon im Thema oder noch nicht ganz?
00:05:51: Also zum Teil.
00:05:52: Es gibt einen genetischen Einfluss, der aber verhältnismäßig gering ist.
00:05:57: Der liegt so ungefähr bei einem Drittel.
00:05:59: Zu zwei Dritteln sind es wirklich... Lebensumstände.
00:06:02: Zum zwei Dritteln sind es Dinge, Umweltbedingungen, Ibigenetik, Dinge, die vielleicht auch schon sehr früh in unserer Kindheit passiert sind, aber die uns auch so ein Fahrt setzen.
00:06:13: Und diese Dinge, von denen diese, diese zwei Drittel dessen ausmachen, wie halt wir werden, wie gesund wir dabei bleiben.
00:06:21: Da können wir eben sehr, sehr viel machen.
00:06:23: Da liegt viel in unserer Hand.
00:06:25: Also das spielt eine ganz, ganz wichtige Rolle dabei.
00:06:29: Noch mal zu Japan zurück.
00:06:30: Warum werden die denn so alt?
00:06:31: Ist das tatsächlich dieses Zweidrittel vor allem?
00:06:33: Ja, denn das war ja nicht immer so in Japan.
00:06:35: Also da hat es sich ja auch erst in den letzten fünfzig, sechszig Jahren dahin entwickelt, dass die Menschen eben so besonders alt werden, also auch noch älter als in anderen Gebieten der Erde.
00:06:45: Und an der Genetik hat sich da ja nichts verändert.
00:06:48: Es haben sich ja nur die Lebensumstände verändert.
00:06:50: Und da ist es natürlich eine Kombination von gesunden Ernährung, gesunden Lebensstil.
00:06:56: Natürlich spielt auch eine große Rolle, dass wir heute weniger von Infektionskrankheiten betroffen sind.
00:07:02: Also Impfstoffe sind natürlich ganz, ganz wichtig.
00:07:06: Also alle diese Dinge, die eigentlich veränderbar sind, die spielen da eine ganz entscheidende Rolle.
00:07:12: Und eine Frage, die gerade eben für mich aufpoppte, war interessant.
00:07:15: Also, dass sie sagen, Dinge, die möglicherweise auch früh in der Kindheit passieren.
00:07:18: Was kann denn das sein?
00:07:19: Es klingt auch fast gruselig, wenn man denkt, es werden vielleicht schon ganz früh weichen gestellt.
00:07:23: Ob einer älter wird oder nicht.
00:07:24: Was könnte das dann sein?
00:07:26: Ja, zum Beispiel, wenn man sich über Fettleibigkeit Gedanken macht, da kann der Effekt der Eltern eben auch eine große Rolle spielen.
00:07:33: Vermutlich sogar schon Effekte, die während der Schwangerschaft passieren, die dann ein gewisses Risiko mit sich bringen.
00:07:40: dass man im eigenen Leben dann auch zu Fettleibigkeit neigt, dass man schon eine gewisse Vorbelastung hat, was Typ zwei Diabetes angeht und solche Dinge.
00:07:52: Also da gibt es Dinge, die schon da ansetzen.
00:07:54: Aber das auch sehr wichtig ist, das sind immer Risiken, die relativ sind.
00:07:57: Das heißt, es ist nicht ein absolutes Muss, dass man diese Vorbelastung auch in Krankheit umsetzt, sondern man kann da eben auch noch intervenieren, man kann da gegensteuern.
00:08:08: Aber deswegen ist es so wichtig, auch zu wissen, habe ich jetzt ein hohes Risiko und muss sich da vielleicht besonders viel tun dagegen, um das Risiko so zu senken bei mir individuell, dass ich eben nicht die Krankheit entwickle, für die ich einen unter Umständen hohes Risiko habe.
00:08:25: Ja, und
00:08:26: sie sagen also ungewogenes Kind im Mutterleib, das ist dann schon eine adipöse Mama, die dann das Kind austrägt und dann hat man schon diese Prädisposition mitbekriegt sozusagen.
00:08:34: Hab ich richtig verstanden, oder?
00:08:35: Ja, so was kann es geben.
00:08:37: Also man hat das in der Tat im Tierversuch nachgestellt, dieser Effekt, wo man bei Muttertieren, beim Häusen zum Beispiel gesehen hat, dass eine hochfette Diät, eine sehr, sehr fettreiche Diät, dann eben zu diesen Risiken.
00:08:53: mit der bolischer Krankheit ein Stoffwechsel von Stoffwechselkrankheiten bei den Nachkommen eines solchen Muttertiers sehen.
00:09:00: Und es ist vermutlich, dass sowas bei Menschen auch passieren kann.
00:09:04: Und deswegen ist da sicherlich darauf zu achten, dass man da mit gesunder Ernährung wirklich interveniert.
00:09:11: Das heißt, genau dieses Einfluss nehmen auf die Gesundheit mit den Blicklern auf länger das Leben.
00:09:17: Das bringt uns da zum Thema jetzt Long-Germit.
00:09:19: tatsächlich, weil Einiges geschrieben und gestreamt wird zu dem Thema und mal eigentlich so ein bisschen die Übersicht verliert, was ist denn jetzt gut und was nicht.
00:09:28: Ich freue mich vom Weizen-Trenn.
00:09:30: Und da wird ja doch ziemlich viel versprochen, also auch das, was ich immer angedeutet habe, Bluttransfusion von jüngeren Menschen.
00:09:36: Da können wir jetzt wahrscheinlich nicht gleich alles aufzählen und schon durchdiskutieren.
00:09:40: Und ich wollte ja auch gerne nochmal zu Ihrer eigentlichen Arbeit kommen, der Genetik bei dem Thema.
00:09:46: Aber ganz kurz, wo stehen denn jetzt gerade was, was dieses Longevity, was diesen Trend angeht?
00:09:51: Also, wo wir stehen, ist zum einen natürlich die Lebenserwartung hat sich verlängert.
00:09:58: Aber diese Krankheitsspanne, da müssen wir ran.
00:10:01: Und jetzt gibt es Interventionen in der Tat, die Lebensdauerverlänger und die auch die Gesundheitsspanne verlängern, also deren Teil des Lebens, den wir gesund sind.
00:10:13: Und die älteste Intervention, die wir kennen, die kennen wir sogar schon seit fast hundert Jahren, ist die sogenannte kalorische Restriktion.
00:10:21: Das heißt, da wird der Kaloriengehalt der Ernährung vermindert.
00:10:26: Und damals hat man das das erste Mal bei Ratten beobachtet, dass das eben die Lebensdauer verlängert.
00:10:30: Das hat man mittlerweile bei allen Tierarten, bei denen man es je getestet hat, genauso nachstellen können.
00:10:37: Und es gibt auch Studien bei Menschen, bei denen selbst eine geringe Verminderung der Kalorien, also nichts dramatisches, sondern relativ geringe Verminderung positive Effekte erzielen können.
00:10:50: Das heißt, das wissen wir schon.
00:10:51: Wir wissen auch, dass bei Menschen Sport immer dazugehört.
00:10:56: Wir müssen uns bewegen.
00:10:57: Wir brauchen einen aktiven Lebensstil.
00:10:59: Sport ist ein ganz, ganz wichtiger Bestandteil der Gesundheit.
00:11:03: Aber auch hier, Ernährung und Sport wissen wir heute, ist sehr effizient, muss aber langfristig in unseren Lebensalltag aufgenommen werden.
00:11:12: Das sind nicht Effekte, dass ich hier und da mal eine Deat mache, dass ich irgendwie nach Weihnachten mich beim Fitness anmelde und dann nie wieder hingehe.
00:11:20: Also es müssen wirklich Dinge sein, die langfristig funktionieren.
00:11:24: Das ist, was wir heute machen können.
00:11:27: Und dann gibt es natürlich medikamentöse Intervention.
00:11:30: Denn es gehört ja zur Wahrheit auch dazu, dass Nahrungsumstellung, Lebensumstellung, dass das für viele, viele Menschen sehr, sehr schwierig ist.
00:11:38: Und deswegen... brauchen wir auch medikamentöse Behandlungen.
00:11:41: Es gibt, wie wir schon eingangs erwähnt haben, auch Menschen, die schon ein hohes Risiko haben.
00:11:46: Das heißt, für die ist das gar nicht so einfach, Gewicht zu verlieren, Blutdruck zu senken.
00:11:51: Und deswegen gibt es die Medikamente.
00:11:53: Viele gibt es dafür schon, also zum Senken des Blutdrucks, zum Kontrolle des Gewichtes, zur Behandlung von Typ II Diabetes.
00:12:03: Und da gibt es eben mittlerweile Medikamente, die gegen verschiedene Erkrankungen des Alterns schützen.
00:12:11: Das ist auch schon heute möglich.
00:12:15: Und es geht natürlich weiter, dass aus der Forschung wirklich an den Mechanismen des Alterns angesetzt werden kann, um dann wirklich sehr, sehr effektive Behandlungen zu haben, die uns da verschützen, im Alter krank zu werden.
00:12:28: Ich glaube, die Mechanismen des Alterns, das ist, glaube ich, ein gutes Stichwort, um tatsächlich jetzt nochmal in das einzutauchen, was sie tun.
00:12:34: Sie schauen sich vorhin die Genetik an.
00:12:36: So ganz allgemein würde ich jetzt mal sagen, was ist denn da los?
00:12:40: Warum lohnt sich der Blick da rein?
00:12:41: Also wir sind ja das Produkt unserer Gene, also der Gene tragen wir in uns.
00:12:46: Wir haben die DNA, mit der wir geboren sind, die Erbinformationen, die auch immer weiter und weiter gegeben wurde im modernen Homo sapiens seit über zweihunderttausend Jahren.
00:12:58: Dieses Genom ist ganz entscheidend dafür, wie wir uns als Mensch entwickeln, wie unsere Zellen funktionieren, wie unsere Organe funktionieren, wie unsere Gehirn funktionieren.
00:13:08: All das hat seinen Ursprung in der Erbinformation.
00:13:12: Die Erhaltung dieser Erbinformation ist unglaublich wichtig, denn sie wird ständig beschädigt.
00:13:18: Das ist einfach eine grundsätzlich eigenschaftende Chemie dieser DNA-Bausteine, dass sie beschädigt werden.
00:13:25: Und deswegen ist es absolut essentiell, dass unsere Erbinformation ständig repariert wird.
00:13:32: Das ist normal.
00:13:32: Das passiert jeden Tag, jede Stunde, jede Minute im Stoffwechsel, dass da irgendwie die DNA so angeknackt wird an der einen oder anderen Stelle.
00:13:38: Ganz
00:13:38: genau.
00:13:39: Unser ganz normaler Stoffwechsel beschädigt schon unsere DNA.
00:13:44: Es gibt natürlich auch äußere Faktoren, also wie das UV-Licht, der Sonne zum Beispiel, dass die Hautalterung ganz stark vorantreibt oder der Zigarettenrauch, der in der Lunge vor allem den Alterungsprozess beschleunigen kann, weil DNA beschädigt wird.
00:14:01: Aber auch unser ganz normaler Stoffwechsel.
00:14:02: Bis zu hunderttausenden dieser Beschädigungen passieren jeden Tag in jeder einzelne unserer Zelle.
00:14:08: Also es ist ein unvorstellbar großes Problem in unserer DNA, das immer wieder repariert werden muss.
00:14:16: Jede Minute, jede Sekunde unseres Lebens.
00:14:18: Und zwar in großer Menge überall im Körper.
00:14:21: Ja, und dann ein gutes Muss repariert werden.
00:14:24: Und das scheint ja dann in der Regel in der Zelle, wenn man gesund ist, der Fall zu sein.
00:14:30: Genau,
00:14:30: genau.
00:14:30: Und es gibt auch Menschen, die sind geboren mit selten Erbkrankheiten, wo einige dieser Reparatursysteme nicht funktionieren.
00:14:39: Und einige dieser Patienten, die altern dann in Zeitraffer, schon in der Kindheit, zeigen sie vorzeitiges Alter, die vergreisen schon im ersten Lebensjahrzehnt.
00:14:49: haben dann Erkrankungen wie der Abbau des Nervensystems, Schwerterienverkalkung, ganz typischer altersbedingte Krankheiten, die sich schon entwickeln vor dem Teenager-Alter.
00:14:59: Ganz dramatisch.
00:15:00: Wie alt werden die Menschen ungefähr?
00:15:02: Also das sind Drogen, was wir zum Beispiel untersuchen.
00:15:05: Das ist so zwölf Jahre.
00:15:06: Es gibt da sehr, sehr weite Spannbreite.
00:15:09: Aber es zeigt uns wirklich die Auswirkungen von DNA-Schäden.
00:15:12: Also die Reparatursysteme, die wir haben als Menschen sind absolut essentiell dafür, überhaupt zu alt werden.
00:15:20: Aber sie sind eben nicht dafür gemacht, dass wir immer unendlich lange leben, weil Das hat für uns in unserer Revolutionsgeschichte gar keine Rolle gespielt.
00:15:29: Es mussten nur Gene durch die Keimzellen, Sperren und Eizellen immer weitergegeben werden durch die Generation.
00:15:35: Aber unser Körper ist ja nur dafür gemacht, ein paar Jahrzehnte durchzuhalten.
00:15:39: Dafür sind unsere Reparatursysteme sehr, sehr gut.
00:15:43: Jetzt, um reproduzieren, reicht es eigentlich, wenn wir mal so, wenn wir mal so, wenn wir mal so, wenn wir mal so, wenn wir mal so, wenn wir mal so, wenn wir mal so, wenn wir mal so, wenn wir mal so, wenn wir mal so, wenn wir mal so, wenn wir mal so, wenn wir mal so, wenn wir mal so, wenn wir mal so, wenn wir mal so, wenn wir mal so,
00:15:50: wenn wir mal so, wenn wir mal so, wenn wir mal so, wenn wir mal so, wenn wir mal so, wenn wir mal so, wenn wir mal so, wenn wir mal so, wenn wir mal so, wenn wir mal so, wenn.
00:15:55: Denn es kam ja immer nur darauf an, Gene weiterzugeben, die nächste Generation dazu zu befähigen, dass sie wieder dann auch selbst sich fortpflanzen kann.
00:16:03: Und danach ist unser Körper überhaupt nicht mehr notwendig.
00:16:07: Also dann danach können wir altern, krank werden, sterben.
00:16:11: Es spielt keine Rolle, weil die Gene ja weitergegeben sind.
00:16:15: Ja, und jetzt sind wir älter und dadurch haben wir den Salat.
00:16:18: Genetisch.
00:16:19: Genau.
00:16:19: Wir sind einfach nicht dafür ausgelegt, so alt zu werden, wie wir es heute werden.
00:16:24: Ja, ich habe diese Unterbrochen, genau diese Mechanismen, also dieses permanente Reparieren, also noch hunderttausendfach.
00:16:30: Ja, und dann schauen Sie sich das an, Sie sagten auch, Sie schauen sich dann immer auch die Krankheiten an, wo das Reparieren nicht funktioniert.
00:16:36: Was lernen Sie denn daraus fürs Alter?
00:16:39: Ja, wir lernen ganz viel aus diesen Erbkrankheiten, wo eben Reparatur nicht funktioniert, weil dann können wir wirklich daraus ableiten, wozu DNA-Reparatur notwendig ist, was die Auswirkungen sind.
00:16:52: von DNA-Schäden und was für eine grundsätzliche Bedeutung sie haben für den menschlichen Alterungsprozess.
00:16:59: Und wir sehen eben da, dass der Alterungsprozess im Prinzip in fast jedem Organ, in jedem Gewebe, beschleunigt ist.
00:17:06: Und deswegen wissen wir um diese Bedeutung bestimmter DNA-Reparatursysteme.
00:17:12: Und unser Ziel ist natürlich dabei, die DNA-Reparatur bei diesen Patienten zum Beispiel wiederherzustellen.
00:17:19: und bei uns so zu verbessern, dass sie eben für viel länger reicht, als sie vorgesehen ist für diese traditionelle Lebensdauer des Menschens.
00:17:29: Drei, vier Jahrzehnte mehr war ja früher nicht drin.
00:17:32: Und aber wir brauchen jetzt eben eine bessere Reparatur und genau daran arbeiten.
00:17:38: Haben Sie ein Beispiel für für so eine Stelle im Körper, wo die Reparatur in einem bestimmten Alter nicht mal so gut läuft und was man dann auch dagegen machen kann?
00:17:45: Genau.
00:17:46: Also wir sehen eigentlich, dass vor allen Dingen es in unseren Körperzellen überall die Reparatur nicht richtig funktioniert.
00:17:53: Und es ist dann ganz besonders zum Beispiel für unser Nervensystem.
00:17:57: Wir haben ja Nervenzellen, mit denen sind wir geboren, die sind in der Frühne.
00:18:02: entstanden und ihr gesamtes Leben müssen sie durchhalten.
00:18:06: Wenn sie absterben, sterben sie ab und können nicht ersetzt werden.
00:18:09: Das ist genau das Problem der Neurodegeneration, die dann zu Demenz zum Beispiel führt, im Alter.
00:18:16: Und so eine Nervenzelle muss aber eigentlich nur gewisse Teile des Genoms reparieren, nämlich nur die Teile, in denen Gene abgelesen werden.
00:18:26: Denn Gene funktionieren ja so, in denen sie abgelesen werden, in denen die Erbinformation abgelesen wird, damit es dann zum Bau von entsprechenden Eiweißstoffen kommen kann.
00:18:37: Und hier ist ein ganz bestimmter Reparaturmechanismus, der mit diesem Gene ablesen gekoppelt ist.
00:18:45: Und wenn der nicht funktioniert, dann kommt es eben zu sehr, sehr frühen Alterungen in den Patienten, die wirklich diese Gesamtheit des Alterungsprozesses inklusive dem Abbau des Nervensystems zeigen.
00:18:57: Und hier sind wir natürlich dann interessiert, diese Reparatur zu verbessern, auch die Antwort der Zellen auf dieser Art der Schäden, die dann das Ablesen von Genstören zu verbessern.
00:19:10: Und um diese Prozesse zu verstehen, brauchen wir eben auch einfacherere Systeme als der Mensch, als Biologen.
00:19:18: Und da kommt unsere Forschung eben in unserem Fadenwurmsystem eine ganz, ganz entscheidende Bedeutung zu.
00:19:25: Genau, Sie arbeiten vor allem am Fadenwurm, am kleiner, unscheinbarer, durchsichtiger Wurm, dabei in einem Genetik.
00:19:31: sehr interessant ist, weil man an denen gut das Alter nachforschen kann.
00:19:35: Und er wird nicht so alt wie ein Mensch.
00:19:36: Das heißt, um etwas zu erforschen, muss man ich sagen, auf Ergebnisse warten.
00:19:39: Genau, der Fadenwurm, das ist so wirklich das Arbeitstier der Alternsforschung, weil der lebt so ungefähr drei Wochen als Adolter im Labor.
00:19:48: Das heißt, da kann man schnell feststellen, ob eine bestimmte genetische Verhänderung oder eine bestimmte Behandlung die Lebensdauer verlängern und auch die Gesundheitsspanne verlängern.
00:19:58: Denn auch der Wurm wird krank im Erhalter.
00:20:01: Der ist auch nicht dafür gemacht, so lange zu leben wie in der geschützten Umwelt.
00:20:06: Eher zweieinhalb Wochen statt drei ungefähr.
00:20:08: Ja, er sogar zwei, drei Tage.
00:20:10: In der Wildnis lebt er bei Weitem nicht so lange.
00:20:13: Innerhalb von wenigen Tagen kann der Dreihundert Nachkommen produzieren und danach ist er wirklich nicht mehr notwendig, weil es so viele Nachkommen gibt.
00:20:21: Die können die Gene gut weiter tragen.
00:20:24: Also genau das gleiche Problem.
00:20:26: Und hier kann man aber im Tier, das ja auch dann ein Nervensystem hat, das hat einen Darum, das hat verschiedene Organe.
00:20:34: Und aber im ganz, ganz einfachen, der hat noch nicht mal tausend Körperzellen dieser Wurm.
00:20:39: Und in diesem ganz einfachen System können wir jetzt Dinge untersuchen, die auch für uns im menschlichen Alter relevant sind.
00:20:45: Also zum Beispiel... Diese DNA-Reparatursysteme, die für das Alter so wichtig sind, genau die gleichen hat der Fadenwurm auch.
00:20:53: Und die können wir eben da untersuchen und da wirklich feststellen, wie bedeutsam sind sie für bestimmte Zelltypen, für bestimmte Gewebearten.
00:21:01: Und das dann eben informiert uns dann wieder darüber, wie das denn alles bei Menschen funktioniert.
00:21:08: Es klingt schon, dass so ein einfacher Organismus wie der Wurm dann doch dieselben Gene oder dieselben Stoffwechselwege auch immer hat wie wir oder eng verwandt eben.
00:21:18: Der ist ja evolutionell schon eine Ecke weg.
00:21:20: Können wir da noch ein Stück tiefer rein, was genauso sich bei dem Wurm zum Beispiel anschauen, was man dann übertragen kann auf den Menschen, also wo altert der Wurm und warum und wie kann man das auf den Menschen übertragen?
00:21:30: Der Wurm hat sehr, sehr viele, sehr, sehr ähnliche Alternserscheinungen wie wir Menschen.
00:21:36: Also zum Beispiel die Nervenzellen degenerieren und die degenerieren in Prozessen, die sehr ähnlich sind zu der Hürnealterung beim Menschen.
00:21:46: Und auch die Muskeln erschlafen, Muskelabbau ein ganz wichtiger Faktor im menschlichen Alter und diese Muskelschwächen, die zeigt auch der Fadenwurm.
00:21:56: Wir haben uns beim Fadenwurm eben auch die Frage gestellt, die essenzielle Frage.
00:22:01: Wie kann man denn Reparatur besser machen?
00:22:04: Und da haben wir uns den Ansatz gewählt, dass ja erst einmal es einen großen Unterschied gibt zwischen der DNA, die immer wieder weiter vererbt wird.
00:22:14: Das ist ja die DNA in den Keimzellen, bei Menschen sperren ja noch Eitzellen.
00:22:19: Aus dem kommen wir ja, auf denen sind wir von unseren Eltern geboren und so ist ja unsere Erbinformation über hunderttausende von Jahren weitergegeben worden.
00:22:30: Beim Rom sind es inzwischen hundert Millionen Jahre und Das heißt, hier ist die Erbinformation ja immer sehr genau repariert worden.
00:22:39: Das heißt, keine Zellen haben eine bessere Reparatur als die Körperzellen, die ja beim Formen nur wirklich wenige Wochen in der Natur sogar noch weniger durchhalten müssen.
00:22:51: Bei Menschen drei, vier Jahrzehnte, das heißt, wir haben uns die Frage gestellt, warum reparieren denn die Körperzellen so viel schlechter als die Keimzellen?
00:22:59: Wird da denn irgendwas abgestellt?
00:23:01: Und da haben wir gefunden, die viele der DNA-Reparatursysteme, die so gut funktionieren in den Keimzellen, werden abgestellt in den Körperzellen.
00:23:10: Und da haben wir den entscheidenden Schalter gefunden, der diese Reparatursysteme abschaltet in den Körperzellen.
00:23:19: Das ist der sogenannte Dream Complex.
00:23:21: Das ist ein Proteinkomplex, der sich auf die DNA rauf setzt und dann das Ablesen von Genen vermindert, die notwendig sind für den Bau dieser Reparaturproteine.
00:23:36: Und den können wir jetzt hemmen.
00:23:38: Und mit der Hemmung können wir dann diese Limitation der DNA-Reparatur aufheben und Körperzellen können jetzt so reparieren wie die Keimzellen.
00:23:50: Und dadurch haben wir das erste Mal ein Mechanismus gefunden, mit dem wir eben die Reparatur der Körperzellen verbessern können.
00:23:57: Oh, das ist schon verrückt nicht, dass der... Körper sozusagen, die Reparatur bremst.
00:24:02: Das klingt so für mich nach Ökonomie, Effizienz,
00:24:07: Energie
00:24:08: sparen oder weiß man, warum das so ist.
00:24:10: Das ist ja eigentlich kontraproduktiv, wenn der Körper doch eigentlich repariert werden muss, permanent.
00:24:15: Ja, wir wissen noch nicht ganz genau, warum das so vermindert wird, aber es wäre natürlich Verschwendung.
00:24:21: Also es wäre Ressourcenverschwendung jetzt.
00:24:23: Körperzellen so gut zu reparieren, wie es gar nicht notwendig ist.
00:24:27: Sobald es nach drei Wochen die neue Hautzellen oder was auch immer gibt.
00:24:30: Ja, eben, genau.
00:24:31: Also es ist gar nicht notwendig.
00:24:34: Für uns Menschen drei, vier Jahrzehnte länger ist das nicht notwendig.
00:24:36: Nur die Keimzellen, die brauchen bessere Reparatur.
00:24:39: Das heißt, da wird wahrscheinlich das ökonomische Argument durchaus eine Rolle spielen.
00:24:44: Also keine Ressourcenverschwendung, wo es nicht notwendig ist.
00:24:47: Denn stellen Sie sich mal vor, im Wettlauf der Evolution würde der eine Plötzlich ganz toll den Körper reparieren, der andere aber keinerlei Energie dafür verschwenden, sondern sich einfach mehr fortpflanzen, dann würde der natürlich gewinnen.
00:25:03: Und so würde man diese Verbesserung der Körperreparatur wieder verlieren.
00:25:08: Also da gibt es schon natürlich einen evolutionsbiologischen Hintergrund.
00:25:12: Es könnte auch sein, dass zum Beispiel zu ganz schnellen Wachstum von Geweben, es manchmal besser ist, einfach ein paar Fehler zuzulassen, gerade wenn es um Körperzellen geht, dafür aber einfach schnell ein Geweber aufzubauen, ohne viel Zeit zu investieren, da drin jetzt.
00:25:30: Zum Beispiel den Kopiervorgang des Erbguts, der ist ja notwendig für jede Zellteilung, wenn man ein Gewebe herstellen will.
00:25:38: Und wenn man den mal aufhalten würde, dafür, dass auch noch der letzte Schaden repariert wird.
00:25:44: dann wird das wahrscheinlich auch sehr schwierig werden.
00:25:46: Also es gibt da vermutlich durchaus evolutionäre Vorteile, nicht so toll zu reparieren im Körper.
00:25:54: Aber jetzt sind wir als Menschen in einer ganz anderen Situation.
00:25:57: Uns geht es ja darum, diese extra Jahre, die wir gewonnen haben, die wir praktisch unserem Genom abgerungen haben, dass wir da eben die Reparatur verbessern müssen, um gesund zu bleiben.
00:26:10: Und ganz kurz nochmal mit dem Bezug zum Alter.
00:26:12: Es ist also so, dass dieser Dream Complex der ist normalerweise angeschaltet und verhindert dieses, sage ich mal, super hundertprozentige permanente Reparieren oder drosselt das ein bisschen.
00:26:23: Und das ist der Normalzustand.
00:26:24: Das hat jetzt ja nicht nur im Alter zu tun.
00:26:26: Wann kommt das Alter da rein?
00:26:27: Genau.
00:26:28: Es ist ein Normalzustand, dass Körperzellen generell nicht so viel reparieren.
00:26:32: Und das hat natürlich dann zur Folge, dass dieses Einprasseln dieser Hunderttausend Beschädigungen dann auch das so führt, dass einige davon nicht repariert werden.
00:26:42: Und wenn man das jetzt über Jahrzehnte lagen beim Menschen macht, Dann hat man natürlich eine Anhäufung von DNA-Schäden, die dann irgendwann dazu führen, dass die Zellen nicht mehr funktionieren können.
00:26:53: Sie können sich nicht mehr teilen.
00:26:55: Stammzellen können Gewebe nicht mehr herstellen.
00:26:57: Gene können nicht mehr richtig abgelesen werden.
00:26:59: Und genau all das sieht man dann im Alter.
00:27:02: Einfach eine Konsequenz, wenn sie jedes Jahr nicht perfekt reparieren.
00:27:07: Über die Jahre hilft sich dann eben einiges an.
00:27:10: Dieses Anholfen, Sie hatten vorhin noch mal von der Degeneration der Nervenzellen gesprochen.
00:27:13: Was heißt denn dann eigentlich?
00:27:14: Degenerieren in diesem Kontext Stop-Wechsel-DNA-Anholfen?
00:27:18: Was ist denn dieses altersmäßige Degenerieren?
00:27:21: Die Folge von diesen DNA-Schäden ist eben das Zellen darauf reagieren in verschiedenen Weisen.
00:27:27: Also zählen zum Beispiel, wenn da DNA-Schäden sind, wie ein Bruch oder ein Promosom, Dann können sich Zellen zum Beispiel selbst umbringen.
00:27:35: Ein Prozess, den man Aboptose nennt.
00:27:37: Ja, der programmierte Zelltod oder so heißt das auch.
00:27:40: Genau,
00:27:40: der programmierte Zelltod und dann ist die Zelle weg.
00:27:43: Also wenn das jetzt eine Stammzelle war zum Beispiel und die stirbt ab, dann gibt es weniger Stammzellen.
00:27:49: Es gibt auch Zellen, die dann in die sogenannte zelluläre Sinnesens gehen.
00:27:53: Sinnesens, da teile ich das Wort einfach für als Alter.
00:27:56: Da stellen die Zellen dann ihre Teilungsfähigkeit ein und sitzen einfach nur noch rum.
00:28:02: Aber was sie dann auch noch machen, dazu ist, dass sie so Entzündungsschwodenstoffe aussenden und damit zu Beschädigungen in den umliegenden Zellen und Geweben führen.
00:28:14: Und das heißt, dieser Art der Antwort auf DNA-Schäden, die nicht repariert werden, die können natürlich dann dazu führen, dass Gewebe nicht mehr wieder hergestellt werden, dass es immer mehr und mehr zu Entzündungsreaktionen im Körper kommt, die auch wieder beschädigend wirken können.
00:28:31: Und dann kommt es auch dazu, dass Rene nicht mehr abgelesen werden.
00:28:35: Dann können die Zellen gar nicht mehr ihre Funktion erfüllen.
00:28:38: Also es kommt da wirklich zu mehr und mehr molekularem Chaos und cellulierem Chaos in unserem Körper.
00:28:44: Ah ja, daher kommt dann auch diese stille Entzündung im Körper.
00:28:47: Da kann ich mir ein bisschen wenig drunter vorstellen.
00:28:49: Aber es ist genau das, ne?
00:28:51: Ja genau, genau.
00:28:51: Und das wird immer mehr und mehr.
00:28:53: Und Entzündung sieht man eigentlich im Alter, das ist fast universell und das ist eben dann auch verbunden mit vielen, vielen Krankheiten, die dadurch... noch beschleunigt werden.
00:29:04: Was man wirklich in den letzten Jahren erst wirklich richtig verstanden hat, ist, dass in dieser Auswirkung von DNA-Schäden so viele verschiedene Prozesse berühren in unserem Körper.
00:29:15: Also der Stoffwechsel verändert sich, die Mitochondrien, das sind die Kraftwerke unserer Zellen, die funktionieren nicht mehr richtig, wenn es diese verbleibenden DNA-Schäden gibt.
00:29:26: All das versteht man zunehmend, dass das Auswirkungen sind Konsequenzen dieser DNA-Schäden.
00:29:33: Und das sieht man eben im gesamten Körper.
00:29:35: Dass Körperstrukturen sich nicht erneuern können, dass sie abgebaut werden, dass sie angegriffen werden.
00:29:41: Und da geben sich dann auch wieder sehr wichtige Interventionsmöglichkeiten.
00:29:45: Also auf welcher Ebene kann man denn intervenieren, um diesen natürlichen Prozess des Alters entgegenzusteuern.
00:29:53: Ja,
00:29:53: genau.
00:29:53: Das bringen wir uns ein bisschen jetzt zu diesem ... Rennen von der Spoil und dem Weizen.
00:29:57: Also das kann man aus dieser Erkenntnis gewinnen inzwischen schon.
00:30:00: Genau.
00:30:01: Und was sehr interessant ist wirklich, wir hatten ja schon überall so die Lifestyle Interventions gesprochen, die gut sind, weil man sie heute machen kann.
00:30:09: Aber es ist natürlich nicht die Lösung, die wir wirklich brauchen angesichts der Größe des Problems.
00:30:14: Und derzeit kann man auch schon so Krankheitszustände, chronische Krankheitszustände bekämpfen.
00:30:21: Das heißt Fettleibigkeit durch zum Beispiel die neuen Medikamente, Vigil, G-Eins, Argonisten.
00:30:28: Da kann man intervenieren.
00:30:30: Man kann intervenieren bei Bluthochdruck.
00:30:33: Es sollte man unbedingt machen, dass man da Entweder eine Lifestyle Intervention macht oder dass ein Medikamentös angeht, weil das synchronische Krankheitszustände, von denen man runter muss, genauso ist es mit Umweltfaktoren.
00:30:48: Also brauchen es so der Nummer eins Umweltfaktor, der das Altern beschleunigt, das Krebsrisiko erhöht und hier muss man intervenieren.
00:30:56: Aber es ist natürlich ganz entscheidend, dass wir auch noch tiefer reingehen in die Mechanismen des Alterns.
00:31:03: Und da kommen eben die neuen Sachen her.
00:31:06: Genau, dieses Tieferein.
00:31:08: haben sie noch ein Beispiel, wo sie Tieferein schauen und vielleicht auch überraschende Erkenntnisse gewonnen haben in einem bestimmten Prozess.
00:31:15: Also die Auswirkungen von DNA-Schäden auf die Krankheiten des Alters sind fast universell festtraber.
00:31:21: Ein interessantes Beispiel ist die Abnahme der Nierenfunktion.
00:31:25: Warum Nierenfunktion?
00:31:26: Weil das ja immer ganz wichtig für unsere Filtration, unseres Blutes sind.
00:31:31: Und wir haben ein erhebliches Problem mit chronischen Nierenkrankheiten, die auch oftmals in der Mehrheit der Fälle noch gar nicht diagnostiziert sind.
00:31:40: Und da zeigt sich sie eben, dass DNA-Schäden in den verschiedenen Zellen, die so eine Niere in sich hat, dass die eben diesen Verlust der Nierenfunktion vorantreiben und dazu führen, dass Nierenzellen Also es gibt da auch einen Einzeltypen in den Filtrationseinheiten der Niere, der ist auch nur einmal gebaut in unserer Embryonalentwicklung, muss immer wieder durchhalten.
00:32:03: Und der stirbt ab über wegen dieser DNA-Schäden.
00:32:07: Und dann kommt es eben zu diesen chronischen Nierenerkrankungen.
00:32:11: Und das Problem dabei ist, dass das dann wiederum ein erheblicher Risikofaktor für alle möglichen anderen Krankheiten ist.
00:32:18: Weil der
00:32:18: Körper nicht mehr richtig entgiften wird.
00:32:20: Genau,
00:32:20: man kann nicht mehr richtig entgiften.
00:32:22: unsere Organe, die kommunizieren ja miteinander, die sind ja voneinander abhängig.
00:32:27: Und wenn man dann schon so eine Nierendesfunktion hat, dann kommt noch das nächste dazu, dass man eben ein erheblicher Höhtes Risiko anderer Krankungen hat.
00:32:36: Und deswegen ist es so wichtig, da auch schon vorher das festzustellen und dann eben präventiv zu intervenieren.
00:32:44: Also die Alternsforschung möchte ja wirklich eine Präventionsmedizin etablieren, bei der wir gar nicht mehr krank werden.
00:32:52: Ja, das heißt, das ist erstmal auch das Diagnostizieren von Dingen, die bisher eben bei der Niere zum Beispiel nicht diagnostiziert werden.
00:32:58: Dadurch, dass hier bestimmte Defekte genetisch möglicherweise durch Tests oder Biomarker, wie ich es dann so schön heizt, in Zukunft nachweisen können, Diagnose.
00:33:07: Genau, das ist ja auch wichtig.
00:33:08: Ich muss ja meinen Gesundheitszustand überwachen können.
00:33:11: Ich muss ja wissen, was los ist.
00:33:12: Ich muss ja wissen, bin ich hier schon auf dem Weg, eine Krankheit zu entwickeln?
00:33:18: Muss ich jetzt intervenieren?
00:33:19: Muss ich jetzt etwas tun?
00:33:20: Und was muss ich tun?
00:33:22: Was für mich dann langfristig eine positive Auswirkung hat.
00:33:26: Und deswegen ist auch diese Diagnostik ganz, ganz wichtig, die sich gerade so entwickelt.
00:33:32: Das heißt, wie kann ich eigentlich feststellen, wie biologisch alt ich bin?
00:33:37: Denn ein chronologisches Alter ist ja gar nicht so entscheidend.
00:33:41: Das kann ich am Passablesen, da kann ich nichts dran ändern.
00:33:43: Aber biologisch ist jeder Mensch ein bisschen anders alt als chronologisch ist.
00:33:49: Der eine ist sehr viel länger gesund, der andere leidet schon früher in Krankheit.
00:33:54: Und diese biologischen Alternsmarker.
00:33:56: Die hat man heute mit diesen biologischen Altersuhren, so nennt man die eigentlich immer besser im Griff und das ist dafür überhaupt auch erst notwendig, weil wenn man jetzt erkennen will, ist eine Intervention wirklich gut für mich und ist sie ausreichend oder ist es vielleicht die falsche, dann muss ich natürlich etwas messen können, was mir sagt, wie wirkt sich das denn auf mein Krankheitsrisiko in zwanzig Jahren aus?
00:34:24: Das ist eben so wichtig und deswegen muss man das auch diese Biomarke des Alltags immer mitdenken, mit den Interventionen.
00:34:31: Das eine funktioniert nicht ohne das andere.
00:34:34: Das heißt, diese Balltransur... Das ist tatsächlich dann ein Sammelsurium von Biomarkern, also die, die man dann jetzt entdeckt hat oder auch wahrscheinlich noch entdecken wird, ne?
00:34:45: Ja, genau, genau.
00:34:46: Sie ist im Prinzip Biomarker.
00:34:48: Man hatte das zunächst gemacht mit so physiologischen Markern, also Lungenfunktion, Bauchumfang, Cholesterinwerte, alles Mögliche so zusammengenommen.
00:34:59: Kann man dann eine ganz gute Abschätzung machen vom biologischen Alter, auch schon im mittleren Erwachsenenalter.
00:35:06: sieht man dann schon, wo es beim einen hingeht und wo es beim anderen noch die Gesundheit erhalten bleibt.
00:35:12: Und dann ist man dazu gekommen, durch so Pionierarbeiten von Steve Horvath, dass man auch molekulare Marker identifizieren kann.
00:35:22: Und zunächst waren das so epigenetische Marker.
00:35:25: Das sind so Methylgruppen, so kleine chemische Anheftungen an die DNA.
00:35:30: Und die wir ganz, ganz, ganz viele haben.
00:35:33: Oder einige davon verändern sich im Alter.
00:35:36: Und wenn man jetzt eine große Gruppe von Menschen nimmt zwischen null und hundert Jahren, Und bei all denen dann diese verschiedenen Anheftungen an die DNA, diese Methylierung sich anschaut, dann sieht man eben einige Hunderte, die sich ganz linear mit dem Alter verändern.
00:35:52: Und dann kann man eben so eine chronologische Linie ziehen der Veränderung.
00:35:56: Und wenn das bereinigen schon vorher sich verändert oder erst später sich verändert im Verhältnis zu ihrem chronologischen Alter, dann kann man daran erkennen, okay, jemand altert biologisch langsamer, ist noch gesünder.
00:36:10: oder er altert schneller.
00:36:12: Und die Vision davon ist, dass man solche Biomarker, solche Alternsuren benutzen kann, um auch zu sehen, können Interventionen funktionieren.
00:36:21: Das ist noch ein sehr stark in der Entwicklung der Zeit, aber in Studien funktionieren solche Dingen besser und besser.
00:36:28: Ja, das heißt, wir sind da immer noch so ein bisschen am Anfang, denke ich mal.
00:36:32: Sie haben ja so bestimmte Kolosserienwerte und so bestimmte Sachen genannt, also man kennt man den PSA-Wert.
00:36:37: Da heißt es immer, der ist nicht so zuverlässig, aber wenn du das misst und die Kurve ändert sich und plötzlich ist da viel höher, dann ist das vielleicht auch ein Anzeilen.
00:36:44: Das heißt, wo ich gerade Kurve sage, das ist auch eine ziemliche Lernkurve, was diese Marke angeht, was die Diagnostik und so weiter kann und was man auch erwarten kann wahrscheinlich.
00:36:53: Ja, das ist natürlich stark in der Entwicklung.
00:36:55: Also die moderne Alternsforschung, die ging so in den neunzelneunziger Jahren überhaupt erst los.
00:37:01: Ja, mit den ersten Entdeckungen im Fadenwurm.
00:37:04: Und das ist alles noch sehr natürlich in der Entwicklung.
00:37:07: Aber wir müssen diese Entwicklung beschleunigen, denn es ist ja so unglaublich wichtig, dass wir wirklich Lösungen finden, wie wir Gesundheit im Alter erhalten können, wie wir Intervention haben, die uns gar nicht erst krank werden lassen.
00:37:20: Im Moment haben wir ein Gesundheitssystem, wo die Kranken behandelt werden, damit sie wieder gesund werden.
00:37:26: Wir wollen ja, dass die Gesunden gar nicht erst krank werden.
00:37:29: Und daher ist es unglaublich wichtig, dass wir hier noch sehr viel mehr Entwicklung reinstecken, um diese Dinge umsetzen zu können, um neue Entdeckungen zu machen, die wirklich der menschlichen Gesundheit helfen.
00:37:41: Ja, ich komme noch mal schreu und weizen.
00:37:44: Also wenn man ganz mal zum Arzt geht, als Kassenpatient, dann muss man ja viele testen und die haben wir selber bezahlen.
00:37:50: Dann ist auch die Frage, ich werde da mit meinem Arzt auch immer, da brauchen sie nicht.
00:37:53: Sie sind fit, also und die Marker, die reichen mir.
00:37:55: Sie müssen jetzt nicht tausend Vitamine durchtesten, Herr Schroeder kostet Geld und bringt nix.
00:38:00: Wie kann ich mich dann tatsächlich schützen vor dem ganzen Kassballe, Theater.
00:38:05: und was ist Valide?
00:38:07: Ja, das ist natürlich eine ganz wichtige Frage, denn im Internet wird ja alles Mögliche angeboten, vor allen Dingen Nahrungsergänzungsmittel, die man in der Regel allgemein nicht braucht, wo man sich ausgewogen ernährt und keinen Mangel hat.
00:38:21: Also man kann ja im Blutbild zum Beispiel sehen, hat man einen Mangel an irgendeinem Vitamin zum Beispiel, dann substituiert man, aber normal braucht man das alles nicht.
00:38:32: Also Nahrungsergänzungsmittel brauchen sie nicht, wenn sie eine gesunde ausgewogene Ernährungsweise haben.
00:38:39: Wenn Sie sich vegan ernähren, dann müssen Sie natürlich einiges da supplementieren.
00:38:43: Aber normal mit dem normalen Lebensstil brauchen Sie die Nahrungsergänzungsmittel eigentlich nicht.
00:38:49: Jetzt ist natürlich der Lebensstil, den brauchen wir alle.
00:38:52: Also die Bewegung brauchen wir alle, nicht zu viel Kalorien, eine gesunde, ausgewogene, zum Beispiel mediterrane Idee.
00:39:00: Das sind Dinge, die können wir sowieso machen.
00:39:02: Dann können wir schauen, gibt es irgendein Krankheitszustand?
00:39:04: Habe ich einen Bluthochdruck?
00:39:05: Habe ich vielleicht ein bisschen zu viel über Gewicht solche Dinge?
00:39:09: Da kann man behandeln entweder mit Lifestyle, wenn das nicht funktioniert, medikamentös, da genau dann mit dem Hausarzt das Gespräch suchen und führen.
00:39:19: gibt es auch irgendwelche familiären Risiken.
00:39:21: Das kann man sich auch anschauen, dass man da vielleicht dann, das auch mit dem Hausarzt bespricht, muss man da mit was ganz Besonderem aufpassen.
00:39:29: Was aber sehr wichtig ist, die Gesundheit ist sehr unterschiedlich verteilt in unserer Gesellschaft.
00:39:35: Es gibt dem Menschen normalerweise höhere Einkommensklassen über ein Bildungsrad.
00:39:39: Da ist es halt so, dass man da in der Regel auch besseren gesundheitliche Vorsorge trifft.
00:39:45: Und es zeigt sich aber, dass gerade bei ärmeren Keine Gesellschaft.
00:39:49: Es sieht ganz anders aus.
00:39:50: Viel, viel höhere Krankheitsrisiken es gibt, da der Eidungsprozess wirklich beschleunigt ist, so dass man schon Jahrzehnt früher fast schon die Krankheiten entwickelt.
00:40:01: Ein ganz wichtiger Faktor ist der Übergewicht.
00:40:04: Solche Dinge muss man behandeln.
00:40:07: Ja, es ist immer dieses Gefälle.
00:40:09: Sehr begütete Menschen und Menschen mit geringerem Einkommen.
00:40:12: Hat das oft was mit dem Wissen, um gute Nahrung zu tun, oder weiß man das?
00:40:16: Es ist in der Tat, also wenn man sich anschaut mit diesem sozialen Gefälle, der entscheidende Faktor ist wirklich die Adipositas, also die Fettleibigkeit.
00:40:24: Das ist der entscheidende, der eine Faktor, der wirklich den höchsten Anteil daran hat, dass Gesundheit sozial ungleich verteilt ist.
00:40:34: Und da hat man ja wirklich Behandlungsmethoden.
00:40:36: Das muss sich ja ausgeweitet werden, denn bei dieser Gruppe von Menschen sind diese Lifestyle Interventions einfach sehr schwierig umsetzbar.
00:40:44: Da braucht man auch niemanden, die schon.
00:40:46: es ist einfach sehr schwierig.
00:40:48: Und da ist es wichtig, dass man da wirklich medikamentöse Behandlungen einsetzt, die dann auch bezahlt werden sollten, weil sie eben krankheitspräventiv sind.
00:40:57: Und das ist ganz wichtig, da dann auch wirklich zu investieren, damit man schwere Krankheiten verhindert.
00:41:04: Und Medikamente sind da wichtig.
00:41:05: Deswegen ist es auch wichtig, dass man einen Ansprechpartner hat.
00:41:08: Denn es ist ja so, dass sie normalerweise zum Arzt gehen, wenn sie krank werden.
00:41:13: Und sie gehen ja nicht zum Arzt, um gesund zu bleiben.
00:41:15: Aber genau das muss sich ändern.
00:41:17: Wir müssen wirklich... Präventionsanlaufstellen haben.
00:41:20: Das heißt, wo ich schon als gesunder wirklich das mitkriege, was ich brauche, um gesund zu bleiben.
00:41:26: Und da sind natürlich diese Biomarkertests, können da eine wichtige Komponente sein.
00:41:31: Es ist natürlich auch wichtig, dass man dabei bleibt, dass man langfristig dabei bleibt beim gesunden Lebensstil.
00:41:37: Das fängt früh an.
00:41:39: Da ist es sicherlich auch notwendig, dass man auch in den Schul-Sport sowas mit eindeckt, dass man mit der Ernährungsweise schon sehr früh anfängt.
00:41:47: Und dass man alle mit ein denkt.
00:41:49: Also, dass man nicht erst denkt, altern, das geht nur Alte was an, sondern es geht wirklich alle Bevölkerungsgruppen was an.
00:41:56: Und für jeden ist was dabei.
00:41:58: Aber wir müssen den Paradigmenwechsel machen in der Medizin.
00:42:01: Wir müssen an die Gesunden ran, dass die gesund bleiben.
00:42:04: Das ist auch ein Einstellungssache, ne?
00:42:06: Und mein Arzt hat noch, wie gesagt, der Schulter, die zwischen dreißig und sechszig, die sehe ich nicht.
00:42:09: Ja, quasi.
00:42:10: Ja,
00:42:10: die kommen ja auch gar nicht.
00:42:11: Die
00:42:11: kommen gar nicht.
00:42:12: Und das ist ja genau das, was Sie sagen, vor schon mal die Altersuhr ablesen lassen.
00:42:17: Frage, gibt es so abgefahren oder neue Dinge, Altersuhr, Biomarker, mäßig, die in den nächsten fünf Jahren kommen könnten, die man noch nicht so kennt?
00:42:27: Ja, auf jeden Fall.
00:42:28: Also, vor allen Dingen, die Verbesserung ist ganz wichtig.
00:42:31: Also, die Verbesserung von diesen Altersuhern.
00:42:33: im Moment funktionieren die sehr gut beim Vergleich von Gruppen.
00:42:37: Also wenn ich eine Gruppe raucher nehme, Gruppe nicht raucher, sieht man ganz klar den Unterschied im biologischen Alter.
00:42:43: Aber individuell funktionieren die noch nicht so gut, denn sie haben gewisse Streuung und da ist das.
00:42:48: die individuelle Vorhersage ist mittlerweile bislang noch nicht so gut.
00:42:53: Das muss sich verbessern, das wird sich auch verbessern, so dass das dann auch jeder tun kann.
00:42:59: Und dann auch von den Art der Intervention.
00:43:02: Heute hat man zum Beispiel diese Stoffwechsel-Medikamente, also GLP-I.
00:43:07: Agulissen spielen derzeit eine große Rolle dabei.
00:43:11: Es gibt auch schon die nächsten Generationen von Behandlungen, die mehr so an die Mechanismen des Alterns gehen.
00:43:18: Also zum Beispiel Medikamente, die diese seniszenten Zellen abtöten, also diese Zellen, die da aufgrund der DNA-Schäden immer so Entzündung.
00:43:28: Entzündungsbodenstoffe aussenden, dass man die abräumt.
00:43:31: Das wird gerade in klinischen Studien getestet, wie gut das funktioniert.
00:43:35: Es gibt dann auch neuartige Behandlungen, wo man verhindert, dass diese Entzündungsbodenstoffe ausgeschüttet werden.
00:43:43: Das ist schon die nächste Generation davon, die kommt.
00:43:46: Es gibt auch viel Aktivität und damit man versucht, diese ganzen Entzündungsreaktionen unter Kontrolle zu bekommen.
00:43:53: Und dann natürlich in der weiten Zukunft wollen wir natürlich dadurch das wie DNA Reparatur verbessern können, wirklich dann an diese Ursache ran.
00:44:03: Ja, also direkt ans Eingemachte, direkt ins System, da wo es herkommt.
00:44:08: Genau.
00:44:08: Aber eine Rätselschreib habe ich doch noch die ganze Zeit im Kopf gehabt, dass tatsächlich diese Bluttransfusion, die ist durch die Decke gegangen, medial, weil Brian Johnson, amerikanischer Unternehmer, und der hatte so einen Teil von PayPal mitgegründet oder so was aufgekauft worden, der hat sich tatsächlich voll Blut seines Sohnes spürtsnassen.
00:44:27: Was ist denn so was?
00:44:27: Also das wird natürlich immer medialer Hype.
00:44:30: und dann gibt es noch viele andere Dinge, die wir wahrscheinlich gar nicht aufzählen können.
00:44:33: Ja, was machen wir damit?
00:44:34: Ja,
00:44:35: also das klingt natürlich immer ganz verbos und natürlich kann man sich immer viel darunter vorstellen.
00:44:40: Diese Bluttransfusion, das kommt so von Tier-Experimenten bei dem Haus, wo man da Dinge beobachtet hat, dass sowas grundsätzlich funktionieren kann.
00:44:49: Das Entscheidende ist allerdings, dass man das besser versteht, was da überhaupt funktioniert.
00:44:54: Also welche Stoffe in dem jungen Blut sind denn da wirklich hilfreich, um jetzt zum Beispiel gewisse Reparaturen Funktionen im alten Körper wieder herzustellen.
00:45:05: Das ist immer noch nicht so ganz klar.
00:45:08: Und was natürlich dazu kommt, ist, dass so ein Engleich eins, also Brian Johnson der YouTube Videos macht, ist zwar schön anzuschauen, aber das heißt natürlich noch nichts, weil es keine Studie ist.
00:45:20: Also man hat keine Vergleichsgruppe, man hat keine Kontrolle.
00:45:23: Deswegen wissenschaftlich hat das gar keinen Wert, weil man einfach nichts daraus lernt.
00:45:28: was jetzt wirklich funktionieren würde.
00:45:30: Wir brauchen sicherlich klinische Studien und dazu brauchen wir natürlich ein Verständnis erstmal darüber, wie sowas überhaupt funktionieren kann, welche Faktoren kann ich denn sicher zuführen, damit sich zum Beispiel die Gewebsreparatur verbessert, wie man das in der Maus beobachtet hat im Modell.
00:45:49: Aber das ist noch sehr weit weg von der Anwendung der Zeit.
00:45:53: Aber es ist immer wichtig, Dinge zu verstehen, wie sie funktionieren und dann klinische Studien zu machen und nicht hier und da irgendwo ein YouTube Video zu produzieren und dann im Prinzip unfundierte Behauptungen darauf zu stellen.
00:46:08: Ja,
00:46:08: und nicht den Hohe Priestern der Longevity auf den Leim gehen sozusagen.
00:46:12: Genau.
00:46:13: Und ich finde es sehr erstaunlich, dass doch offensichtlich viele Dinge kommen, seien es jetzt diese Marker der Alternsuhren und möglicherweise auch eben neue Angustpunkte, die gar nicht mehr so lange auf sich warten lassen wahrscheinlich.
00:46:26: Absolut, das ist eine spannende Entwicklung, aber wir müssen Gas geben.
00:46:30: Okay, in diesem Sinne viel Erfolg.
00:46:32: Vielen, vielen Dank.
00:46:33: Ja, vielen Dank.
00:46:34: Dankeschön.
00:46:35: Mehr zum Thema Longevity lest ihr in der Titelgeschichte der aktuellen Ausgabe von Bild der Wissenschafts und online auf wissenschafts.de.
00:46:43: In einem anderen Artikeln Februar heft geht es um Tauchroboter.
00:46:47: Darin berichte ich davon, wie ferngesteuerte oder ganz autonome Unterwassergefährte die Meeresforschung und die Offshoreindustrie revolutionieren könnten.
00:46:56: Den Link zum Artikel findet ihr in den Show-Notes.
00:46:59: In der nächsten Podcastfolge geht es dann um das topaktuelle Thema Neurodivergence.
00:47:04: Im Gespräch erklärt der Psychologe André Zimpel, was es mit der Zunahme an Diagnosen von ADHS und Autismus auf sich hat.
00:47:12: Über Feedback freuen wir uns jederzeit, meldet euch gerne per Mail oder über Instagram.
00:47:17: Vielen Dank fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal.
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