Folge 31: Die grüne Antarktis

Shownotes

Ewiges Eis am Südpol? Keineswegs! Zu Zeiten der Dinosaurier war die Antarktis komplett eisfrei. Der Geologe Johann Klages vom Alfred-Wegener-Institut erzählt, wie es dort vor Millionen von Jahren ausgesehen haben könnte – und was wir daraus für die Klimazukunft der Erde lernen.

Wer sich für Klimageschichte interessiert, liest in Ausgabe 09|26 von Bild der Wissenschaft einen Artikel über das Ende der letzten Eiszeit. Auch die Texte des Titelthemas Mega-Experimente unter anderem über den Large Hadron Collider am CERN findet ihr auf www.wissenschaft.de/

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00:00:00: Herzlich willkommen zur neuen Folge des Bildervissenschaft Podcast.

00:00:03: Heute geht es um das Thema die Grüne Antarktis.

00:00:24: Die Antarktes gilt als Kontinent des ewigen Eises.

00:00:28: in Jahrmillionen haben sich dort Schneemassen zu Kilometer dicken Gletschern aufgetürmt, Schnierstürme berausend über das frostige Land hinweg.

00:00:37: so kennt man es von Fotografien und aus dem Fernsehen.

00:00:41: Doch vom ewigen Eis kann keine Rede sein, denn zu Zeiten der Dinosaurier war das Südkontinent noch gänzlich eisfrei.

00:00:49: Riesige Wälder aus struppigem Südbuchen bedeckten damals weite Teile des Kontinents – Wälden wie man sie heute noch am Südzipfel Argentiniens findet!

00:00:59: Der Geologe Johann Klages von dem Alfred Wegen-Institut für Polar und Meeresforschung erzählt heute im Bilderwissenschaftspodcast, wie es damals am Süddpol ausgesehen haben muss und was wir aus der wechselhaften Vergangenheit für die Klimazukunft der Erde lernen können.

00:01:15: Herzlich willkommen, Johan!

00:01:17: Schön dass du da bist.

00:01:19: Ja schön das ich hier sein darf.

00:01:20: danke

00:01:20: ja.

00:01:21: also ich muss gestehen dass ich bis vor kurzem tatsächlich dachte dass die Antarkt ist schon immer irgendwie von Iceberg deckt war sogar zum Gegenteil.

00:01:28: vor einigen Jahren habe ich mal von dieser Snowball Earth Theorie gehört Nachdem er die Erde komplett mal zugefroren gewesen sein soll, das weiß ich nicht.

00:01:38: Das ist ja hier das krasse Gegenteil.

00:01:39: Die Arktis war einst komplett grün.

00:01:43: An dich die Frage, wirst du auch so einen Aha-Erlebnis hat?

00:01:46: Wann hast du zum ersten Mal davon erfahren, dass die Arktist tatsächlich mal Grüne oder keine Eis hatte?

00:01:52: Also das erste Mal im Studium, dass ich davon gehört habe und als ich dann tiefer in die Geobissenschaften eintauchen konnte ... Da hat man dann wirklich das erste Mal darüber gehört, wie extrem sich über die langen Zeiträume auf der Erde auch das Klima verändert hat.

00:02:10: Und das war so das erste mal dass ich davon gehört habe, dass ich das mal selbst auch erforschen würde.

00:02:14: daran hatte ich damals natürlich noch nicht gedacht.

00:02:16: Was hast du am Rande zwischenzeitlich gemacht bevor du bei der Grünen am Arktis gelandet bist?

00:02:22: Auch schon an Arktisforschung und das mache ich auch heute immer noch.

00:02:25: Das geht da aber um jüngere Zeiträume, also nur in Anführungsstrichen die letzten, sagen wir mal, dreißigvierzigtausend Jahre bis heute.

00:02:34: Also diese tieferen Zeiträumen – das war dann wirklich neu für mich.

00:02:37: Aber mach' ich jetzt dann auch schon seit fast zehn Jahren!

00:02:41: Gut, da hast du uns zum ersten Mal am Studium davon gehört und seit wann hat denn so die Wissenschaft allgemeine Idee davon?

00:02:47: Dass es eben nicht immer aussah wie zu Scotton-Harmonistenszeiten

00:02:51: Also die ersten Funde, die man wirklich gemacht hat in den Sechziger-Siebzigerjahren auf der antarktischen Halbinsel.

00:02:58: Da sind wirklich Felsformationen von Sedimentgesteinen, wo man auch überreste Fauna und Flora, also tierische Überreste, Fossilien und auch Pflanzenreste gefunden hat, die einigermaßen gut damals datieren konnte.

00:03:16: Und da wusste man schon ... Es muss auch damals in diesen Zeiträumen eine Landbrücke gegeben haben, nach Südamerika rüber aber auch nach Australien.

00:03:26: Die nach Südamerika rüber war sehr viel länger vorhanden als die nach Australien.

00:03:31: Und wir wissen jetzt mittlerweile, dass so die Grüne Antarktes bis ins Eo-Zähn reinbestand hat und das Eo Zähn, das hörte so vor vierunddreißig Millionen Jahren auf also bis dahin und auch noch mit ein paar Zeiträumen später.

00:03:46: aber bis da hin so komplett sollte die Antarktis eigentlich auch wirklich grüner oder vorrangig grüener Kontinent gewesen sein.

00:03:54: Kurz mal EO-Zähnen, das ist schon wieder nach den Dinos.

00:03:57: Das ist immer so mein Marker.

00:03:59: Ich weiß es gab auch diverse Tiere davor und danach aber egal.

00:04:03: Also die Dinos waren zu durch.

00:04:05: Da lebten schon Säugetiere, Vögel, Insekten alles was man so kennt.

00:04:08: Genau, also EO Zähne ist so zwischen sechsundfünfzig und vierunddreißig Millionen Jahre ja und ist auch ein sehr warmer Zeitabschnitt gewesen in der Erdgeschichte.

00:04:18: Und da gibt es mittlerweile auch wirklich viele Beweise um die Antarktes herum, dass der Kontinent vorrangig grün war und natürlich auch einhergegangen ist mit einer relativ diversen Tier- und Pflanzenwelt.

00:04:31: Ja das macht's spannend!

00:04:32: Genau eben noch mal in diese Methodik eintauchen.

00:04:33: Das haben wir schon von diesem... weiß nicht ob man das dann auch Aliofunde nennt?

00:04:37: Egal, da können wir gleich nochmal drauf gucken.

00:04:39: Wie sah denn das tatsächlich aus?

00:04:41: Wie kann man sich's vorstellen?

00:04:42: Ich hatte nur kurz mal gesehen so bisschen ähnlich wie die Floraden Patagonien heute, aber meinem Dezai ja auch diese Südbuchen.

00:04:49: Was ist das für eine Botanik?

00:04:52: Genau da muss man noch einen kleinen Unterschied machen.

00:04:54: also dass was wir für die Kreide rekonstruiert haben jetzt durch unsere Arbeiten in der in der Westland-Arktis.

00:05:02: Genau, da sprechen

00:05:03: wir so von Zeiträumen zwischen hundertvierzig und sechsundsechzig Millionen Jahren.

00:05:08: Aber das was wir rekonstruiert haben, das kommt so aus den wirklich wärmsten Abschnitt der Kreide also in der mittleren Kreide sagen wir mal so um die neunzig Millionen Jahre ja wirklich sehr, sehr warmes Klima, so ein durchdringendes Treibhausklima auf der Erde keine größeren zusammenhängenden Eisflächen, wie da waren ist eine Umwelt gewesen, die uns natürlich für diese Breite selbst total überrascht hat damals als wir diesen Kern dann auch das erste Mal hochgerollt hatten mit unserem speziellen Bohrgerät und den dann auch analysiert haben.

00:05:41: Das war vergleichbar mit heute.

00:05:43: also wenn man Vergleiche ziehen möchte aber so dass nächste womit es vergleichba wäre sind eventuell die gemäßigten Regenwälder so auf der Südinsel Neuseelans.

00:05:54: Wenn wir jetzt aber in diesem späteren Zeitraum gehen Also was dann nur in Anführungsstrichen, so dreißigvierzig Millionen Jahre her ist.

00:06:02: Dann hat sich die Vegetation natürlich extrem geändert aber vergleichbar immer noch mit dem was wir heute so in Patagonien also im südlichen Südamerika finden.

00:06:13: Wie

00:06:13: sehen diese Bäume aus oder die Pflanzen aus?

00:06:15: Ich meine Patagonien, da weht ja nun auch wilder Wind.

00:06:18: Und das ist durchaus auch frisch stört, sag ich mal.

00:06:21: Genau!

00:06:22: Ich war selber noch nicht da.

00:06:23: deswegen freu ich mal nach wie was für Bäume sind das?

00:06:26: Also sie sind sehr gut angepasst an dieser Bedingung da wirklich sehr windig große Temperatur und Unterschiede zwischen Sommer- und Winter.

00:06:34: Das sind auch so Windflüchter, die sich natürlich an die vorrangige Windrichtung aus Westen dort angepassten haben.

00:06:40: Die sehen auch teilweise recht mitgenommen aus diese Bäume und so stellen wir uns das auch für diesen Zeitraum in der Antarktis vor, also vor thirty- vier Millionen Jahren.

00:06:49: Das natürlich eine Umwelt war die mit heutigen Bereichen auf der Erde auch nur noch schwer vergleichbar ist weil das auch damals schon sehr weit südlich war ja und ähnlich wie heute.

00:07:00: Also die Antarktes hat sich seitdem tektronisch nicht wirklich signifikant bewegt.

00:07:06: Das hat sie, die an der Akte ist.

00:07:08: Anders als andere Kontinente, die doch ordentlich gewandert sind, immer noch ziemlich genau da wo sie auch damals war.

00:07:13: Richtig!

00:07:13: Also die ist ziemlich ortsfest geblieben und wenn wir zum Beispiel den Zeitraum in der Kreide von neunzig Millionen Jahren ... Da war es sogar da, wo wir gebohrt haben, noch südlicher als heute ja?

00:07:23: So ungefähr bei Achtzig-Zweihen-Achzig Grad Süd also nur so ein Neunhundert Kilometer vom Südpol entfernt aber auch damals natürlich schon mit über oder knapp vier monatiger Dunkelheit in der Polarnacht.

00:07:36: Und die Pflanzen muss sich da reinstellen.

00:07:38: Wow, ja es ist super dunkel komplett wie heute Polarnacht.

00:07:44: Na klar!

00:07:44: Diese

00:07:45: widerstandsfähigen Bäume haben das offenbar mitgemacht wenn's sie gab?

00:07:50: Die müssen natürlich auch andere Anpassungsmechanismen gehabt haben.

00:07:54: aber trotzdem noch verwandt zu heutigen Pflanzen nicht mal auch unsere heutigen pflanzen die gehen ja in so einen shutdown Modus also fahren runter in unserem winter und kommen dann im Frühling wieder.

00:08:07: Man muss sich für die Antarktis vorstellen, wie es ja auch heute noch ist.

00:08:11: Also wir hatten eben Sommer sehr viel Licht verfügbar mit Teilweise dass die Sonne auf diesem Breiten gar nicht untergeht aber in Winter dann genau das Gegenteil.

00:08:20: also über ein Jahresverlauf dann doch eine recht ähnliche Energieverteilung aber eben mit sehr starken saisonalen Unterschieden.

00:08:29: Aber interessant, ich war mal am Nordkapp.

00:08:31: Da waren ja doch viele Leute gerne nicht.

00:08:33: Ich bin da auch mal hin und das ist ja doch so eine Tonnerein der eher so kautartige Pflanzen wachsen.

00:08:38: Das hätte ich jetzt absolut damit verbunden.

00:08:41: Super kalt im Winter und da kommt wenigstens Kaut hoch.

00:08:44: aber nein ihr habt festgestellt... Nein es gab auch eben diese größeren Pflanzen.

00:08:48: Genau,

00:08:48: größere Pflanzen.

00:08:49: aber dann muss man eben auch wissen die platten- tektronische Konfigurationen der Erde hat sich natürlich seitdem auch stark verändert wenn man zum Beispiel sich klar macht, dass Südamerika zum Beispiel noch mit der Antarktis verbunden war.

00:09:04: Dann war es natürlich auch warm in Meeresströmung.

00:09:07: einfacher, dass diese Warme-Meeresströmmungen in Richtung des antaktischen Kontinents gekommen sind so wie heute

00:09:13: z.B.,

00:09:13: der Nordatlantik-Strom sehr weit nach Norden geht und auch in Tromsir oder Murmansk die Hefen.

00:09:21: nur wir haben natürlich zu diesem Zeitraum, die wir rekonstruiert haben zusätzlich auch noch einen sehr viel höheren CO-Zweigerheit in der Atmosphäre gehabt als heute.

00:09:29: Und das macht natürlich zusätzlich noch ein Riesenunterschied und zeigt uns eben zu was unsere Erde auch fähig ist im Zeitanschnitten von Extremklimaten.

00:09:40: Das macht es eben auch so spannend!

00:09:42: Auch für die Zukunft, weil wir uns auch unser Exklimagat zum Richtigen selber basteln.

00:09:45: Kurz zu einer Hausnummer.

00:09:47: Wir sind ja jetzt ungefähr so bei ... Das ist ja mal dieses Maß, also Teil auf PPM-Parts per Million?

00:09:55: Also ein Teil auf einen Millionenteil, also Vierhundert PPM Konzentrationen CO² heute in der Atmosphäre aktuell mehr oder weniger.

00:10:03: Wie war's damals?

00:10:04: Genau, heute hast du recht zu Vierhundert vierhundzwanzig sowas.

00:10:09: Damals wenn wir so in das späte EO-Zähn gehen was wir gebohrt haben da waren es um die Achthundertfünfzig.

00:10:17: Oh wow!

00:10:18: Wenn wir so an die Kreide gehen also als wir da wirklich diesen gemäßigten Regenwald hatten und den wir auch rekonstruieren konnten Da muss der CO² Gehalt schon bei Tausendzweihundert bis tausendsechshundert PPM gewesen sein.

00:10:32: Also macht sie überall so

00:10:34: Ja, das Vierfache fast ja.

00:10:36: Und eine Frage am Rande, die warst von schon angedeutet ganze Erde so schwül warm?

00:10:43: Wie kann man sich das dann in den Tropen vorstellen?

00:10:45: hat jetzt natürlich nix mit der Antarktis zu tun aus, fällt mal rein!

00:10:48: Ja, aber das ist total spannend.

00:10:50: Wenn man sich das anguckt und dass es eben auch zur Zeit immer noch das riesige Problem was Klimamodelle haben, wenn wir die Polargebiete sehr stark erwärmen eigentlich die Temperaturen in tropischen Bereichen gar nicht so viel heißer wird weil die Erde hat irgendwann einen selbst kühlenen Mechanismus.

00:11:09: wenn wir zum Beispiel in den Tropen Temperaturens so dreißig bis fünfundreißig Grad haben was normal ist dann kommt eine sehr starke Dünstungsaktivität dazu.

00:11:18: Das heißt, wir kriegen Wolkenbildung und die Erdoberfläche kühlt sich dann wieder natürlich runter.

00:11:24: also die Tropen bleiben eigentlich auch über diese extrem langen Zeiträume immer einigermaßen stabil.

00:11:30: ja so zwischen fünfundreißig sagen wir mal maximal vielleicht vierzig Grad aber er eigentlich immer so um die dreißigfünfundreißig grad.

00:11:37: okay Die Polargebiete sind eben die wo sich die Temperaturen extrem stark verändern können.

00:11:44: Ja das sorgt natürlich dafür dass durch diese extrem starken Temperatur-Unterschiede.

00:11:49: Wenn man sich jetzt vorstellt, die Pole sind sehr warm und die tropischen Gebiete sind so bei dreißig, fünfundreißig Grad dann ist dieser Temperatur gradient also der Unterschied nur extrem flach und das hat natürlich massiver Auswirkungen auf Windströmung in der Atmosphäre und Ozeanströmmung.

00:12:07: Das heißt dieser Transport zwischen den Tropen, Subtropen und Polargebieten muss völlig anders gewesen sein damals als es heute der Fall ist wo wir große Flächen auf der Erde von Eis bedeckt haben.

00:12:19: Ja interessant das ist in den Tropnen nicht so extrem.

00:12:22: viel heißer wird aber dass die Pole zulegen.

00:12:25: Jetzt haben wir über die Pflanzen kurz gesprochen.

00:12:28: wie ist denn mit den Tieren?

00:12:29: Ich versuche nochmal dieses Bild in den Kopf zu kriegen.

00:12:32: ich habe jetzt Kaiserpinguine im Kopf und Eis Und jetzt habe ich so lange am grünen und stupige Bäume, aber weiß man es ungefähr?

00:12:40: Ja.

00:12:40: Man weiß das relativ gut.

00:12:43: klar sind natürlich oder ist die Beweislage relativ dünn.

00:12:47: Wir müssen natürlich immer beachten dass unsere heutigen Möglichkeiten in der Antarktis begrenzt sind weil eben fast der gesamte Kontinent dauerhaft von Eis bedeckt ist.

00:12:58: Und wir nur sehr schwierig auf die Ablagerung darunter rankommen, deswegen eben nur ganz wenige Locationen haben auf dem antaktischen Kontinent selbst aber auch um die Antaktes herum auf den Kontinental schelfen, um wirklich feste Daten darüber zu bekommen.

00:13:16: und jetzt in unseren eigenen Daten haben Keine Indizien gefunden für Tierwelt.

00:13:24: Aber wir wissen aus der antaktischen Halbinsel, was ich am Anfang schon meinte ... Da haben wir aus unterschiedlichsten Zeiträumen recht gute Beweise und auch Makrophosilien aus diesen Zeiträumen, die uns ein ganz gutes Bild geben.

00:13:39: Also zum Beispiel fürs EO-Zähn, welche Säugetiere, Vögel oder auch Meeresbewohner es gegeben haben muss in diesen Zeiten?

00:13:47: Das ist eben auch nicht überraschend, weil wenn man sich unsere Rekonstruktion auch anguckt.

00:13:51: Speziell für die Beste Antarktis war es ja eine sehr diverse Umwelt, die da noch geherrscht haben muss und das wäre sehr merkwürdig, wenn das nicht einhergegangen ist mit einer recht diversen Tiervergesellschaftung.

00:14:03: Diverse Umwelt heißt also um die Arktis drum herum?

00:14:07: Du hast schon gesagt diese Landbrücken zwischen Australien und Südamerika, dem heutigen Südamerykant der Antarktes, d.h.

00:14:13: drum herum war einiges los!

00:14:14: Man weiß auch was... Aber bei vier Kilometer Eispanzer ist es natürlich schwierig an irgendwelche Fossilien ranzukommen.

00:14:21: Genau, wir sind dann abhängig.

00:14:23: oder die Kollegen, die terrestrisch also auf der Antarktis selbst arbeiten, die bedienen sich zum Beispiel an Feldformationen aus dem Eis rausgucken.

00:14:31: Es gibt auch so Dry-Valleys in der Antarctis wo man auch wirklich ganz gut die Gesteine proben kann.

00:14:37: aber das sind eben recht wenige Location und die meisten davon Fossilfunde aus diesem Zeiträumen sind entlang der antarktischen Altinsel.

00:14:48: Und was wir dann eben gemacht haben, ist ungleich aufwendiger, dass wir mit einem sehr speziellen Bohrgerät dann eben mit unserem Forschungseisbrecher Polarstern in diese Gebiete gefahren sind und auf dem westernartischen Kontinentalschelve also die Bereiche, die immer noch zum Kontinentantakt ist dazugehören aber mittlerweile eben von Wasser dauerhaft bedeckt sind dort in den Meeresboden reinzubohren und in diese Zeiträume zu gucken, die während ihrer Ablagerung eben noch nicht von Wasser bedeckt waren.

00:15:18: Und eben noch terrestrische

00:15:20: Umwelt waren.

00:15:20: Ja, wie das so oft in der Geologie ist, ehemalige Meere sind heute Gebirge und ehemalsige Gebirgen sind heute unter Wasser.

00:15:26: Das ist eben so dass dieses ehemallige Land jetzt dann eben unter dem Meeresspiegel liegt auf diesem Schelf.

00:15:33: Genau!

00:15:35: Ja, das wollte ich fragen.

00:15:36: Du hast immer mal wieder angedeutet im Gespräch, dass da gebohrt wurde und so weiter.

00:15:40: Was genau schaut ihr euch an?

00:15:42: Beziehungsweise du hast gesagt, was ist sehr speziell, was ihr da gemacht habt?

00:15:44: Was ist denn das Spezielle an neuerem Ansatz?

00:15:47: Ist es das Bohrgerät oder was ist das speziell?

00:15:50: Es ist die Kombination aus diesem speziellen Bohr-Gerät.

00:15:53: Das ist das MEBO, das Meeresboden-Bohr Gerät am Marum einer Uni Bremen entwickelt.

00:16:00: Da gibt es auch weltweit nur zwei Stück von und diese beide eben am Maru in Bremen.

00:16:05: Und wir haben eben schon eine jahrelange Kooperation, auch sehr intensive Kooperation mit unseren Partnern und Freunden am Marum.

00:16:14: Aber dieses Bohrgerät, das muss man sich so vorstellen.

00:16:18: Sieben, acht Meter hoch, zehn Tonnen schwer und braucht alleine im Einsatz auf dem Schiffzehntechnikal, muss untergebracht werden in sechs großen zwanzig Fuß Containern also ist ein Riesenteil.

00:16:30: Das ist mit viel Aufwand verbunden.

00:16:32: aber man braucht eben dann auch noch einen Eisbrecher um überhaupt in diese Gebiete reinzukommen weil wir natürlich um die Antarktes herum gerade speziell auf den Kontinentalschäfen mit intensiver Mehr- als Bedeckung auch im antaktischen Sommer zu tun haben können.

00:16:48: Da brauchen wir einfach die Sicherheit eines Eisbrechers, dass wir bestimmte Locationen überhaupt erreichen können.

00:16:54: und das ist dann eben diese Kombination aus einem speziellen Bohrgerät und einen speziellen Schiff wie unserer Polarstern was es denn überhaupt erst ermöglicht in diese Gebiete zu kommen und dann auch dort zu bohren weil diese Sedimente können mit unseren konventionellen Kernmethoden nicht erreicht werden eben schon sehr stark verfestigt sind.

00:17:14: Also das

00:17:14: ist kein Schlamm mehr oder so, da ist richtig viel Stein?

00:17:17: Genau!

00:17:17: Das ist schon wirklich Übergang zu Gestein.

00:17:20: Wir nennen es auch ja Marston also vielleicht ein Schlammstein so übersetzt ganz feines Sediment aber schon so extrem stark verfestigt weil es teilweise schon sehr weit in der Erdkruste versenkt war dass es eben sehr sehr hart ist.

00:17:34: Das ist im Übergangen zum Stein und wir lenden das dann litifiziert.

00:17:39: Okay, Versteiner sozusagen.

00:17:41: Und wie tief müsst ihr dann den Boden reinbohren?

00:17:43: ungefähr um da an die alten Spuren?

00:17:47: aus der Grünen an Arktis zu kommen?

00:17:48: Ja, das ist interessant.

00:17:49: Weil es eben gar nicht so tief ist, weil uns da die Natur auch geholfen hat, da besser ranzukommen.

00:17:54: und das haben wir.

00:17:54: auf Basis von vorherigen Daten, die wir da schon gesammelt haben also seismischen Daten wo wir mit Schallwellen in den Boden reingucken wussten wir schon dass diese recht alten Sedimentablagerungen recht nah am heutigen Meeresboden eben ausstreichen Also zur Tage treten Und die sind verkippt!

00:18:12: Das muss man sich so vorstellen.

00:18:13: jetzt wenn man so ein großes dickes Buch nimmt Ja, und das so ein bisschen zu forty-fünf Grad auf die Seite neigt.

00:18:19: Und dann oben entlang der Seiten lang fährt und so durch die Zeit eben fahren kann.

00:18:25: Hat das ein bisschen wie ein Gebirge bei einer Wanderung?

00:18:26: Da sieht man ja auch mal so Scheinformationen, die außer Diagonal sind.

00:18:29: Da fragt es sich, wie kommen das dahin?

00:18:30: Genau!

00:18:31: Dass sie ehemals eine rohe und zale Schichtung gewesen ist gekippt durch diese kontinentalen Bewegungen.

00:18:35: Genau.

00:18:36: Das ist vorrangig durch tektronische Prozesse passiert.

00:18:39: Wir wissen in dem Bereich wo wir da gebohrt haben, da ist ein vulkanischer Dom der da hochkommt und er hat über die Zeit eben diese Sedimente, die sich darüber abgelagert haben aus diesen Zeiträumen eben angeroben und auch verkippt.

00:18:52: Und dann muss man sich jetzt bildlich vorstellen, kam halt zusammen.

00:18:57: mal seitdem Oligo-X, Miu-X also so zwischen dreiundzwanzig und vielleicht so siebzehn, sechzehnfünfzehn Millionen Jahren kam dann recht regelmäßig ein Eisschild, der sich immer wieder da drüber gefahren ist und das immer wieder abrasiert hat diese Schichten.

00:19:15: Und er hat uns eben damit geholfen so weit zu erodieren dass wir jetzt nur noch einen Anführungsstrichen natürlich mit unserem Bohrgerät und Polarsternen daran langfahren müssen um da reinzubohren.

00:19:27: es ist immer noch mehr als genug Aufwand.

00:19:29: aber ja die Natur hat uns schon gut geholpen da besser ranzukommen.

00:19:33: Und wie tief bohrt ihr da tatsächlich am Ende?

00:19:35: Also die Kerne, die wir jetzt analysiert haben und auch weiterhin analysieren sind so zwischen, sagen wir mal, zehn und dreißigfünfunddreißig Meter Tiefe unterhalb des Meeresbodens.

00:19:46: Okay, dann bin ich nah dran.

00:19:48: oder wie tiefer ist das Wasser da?

00:19:49: Zwischen

00:19:50: tausend und tausen fünfhundert Meter.

00:19:54: Aber dass Bohren in den Boden rein ist dann wirklich... Echt flach, ja.

00:19:57: Jetzt nochmal zu den Spuren.

00:19:57: Wir haben es immer mal angedeutet was sind denn das jetzt für Spuren?

00:20:00: Also du sagst litifiziert, versteinert... Was bleibt denn da, was ihr euch dann tatsächlich anschaut und was die Geheimnisse verrät?

00:20:07: Genau man muss es noch ein bisschen klarstellen.

00:20:09: wir nennen das so halbversteinert.

00:20:11: Das ist gerade im Begriff.

00:20:13: man kann auch wenn man jetzt Kraft hat mit dem Messer durchschneiden wenn man wollte.

00:20:16: Okay

00:20:17: also das geht tatsächlich noch Und wir haben wirklich noch zusammenhängende Sedimente, wo auch wirklich auch noch vereinzelt die Fossilien wunderbar drin erhalten sind.

00:20:31: Was ist das zum Beispiel?

00:20:32: Wie sieht ein Fossile von einer alten Pflanze aus?

00:20:36: Also jetzt in dem Kreidekern, neunzig Millionen Jahre alt.

00:20:39: Da haben wir über diese drei Meter – wo wir wirklich mit dem Kern drei Meter dieser Kreiderablagerung hoch geholt haben – haben wir zum Beispiel ein zusammenhängendes Netzwerk von Wurzeln erhalten im Kern.

00:20:53: Das hat uns natürlich selbst total ungehauen!

00:20:56: Das wurde auch da wirklich erst sichtbar, als wir die Kerne hier zurück am Institut zusammen mit dem Klinikum in Bremen Mitte CT gescannt haben.

00:21:06: bevor wir das überhaupt geöffnet haben, weil wir erstmal Zerstörungsfreiheit sehen wollen was ist da drin.

00:21:11: Bevor man irgendwas unbeabsichtigt kaputt macht?

00:21:15: und da ist uns das erst mal in die Augen gesprungen.

00:21:17: Wir dachten was ist denn hier los?

00:21:21: Mit der Blicke rein Blumentopf.

00:21:24: Also super erhalten jetzt in seiner Morphologie dieses Wurzel-Netzwerk Und dann muss man sich das vorstellen Die Sedimente also in diese Wurzeln gewachsen sind.

00:21:37: Sehr feinkörnig, ja ganz fein ist mal so schlammiges Material eben verfestigt.

00:21:42: aber wenn man es jetzt nass machen würde würde das sehr sehr schlammic sein und eben vollgestopft mit Pollen und Sporen.

00:21:51: Also Pflanzen, Pollen, Pilz, Sporen aber eben auch noch überreste wirklich kleinste Überreste von Cianobakterien.

00:22:01: Nicht ganz ohne Tiere wie ich am Anfang meinte.

00:22:03: also ein paar Bakterien konnten wir wirklich auch noch identifizieren an denen wir sogar bestimmte Untersuchungen gemacht haben zum Beispiel Temperatur-Rekonstruktion und das hat uns natürlich umgehauen diese Dichte an Informationen die wir aus diesen drei Meter Kern rausziehen konnten.

00:22:22: Deswegen sind diese Proben eben auch so unglaublich wertvoll, also wissenschaftlich gesehen weil es da eben kaum was von gibt und die uns Einblicke eben ermöglichen in Welten, die wir uns ja kaum vorstellen können.

00:22:34: Ja

00:22:34: das ist irre!

00:22:35: Also dass ihr da wirklich ins Scholle gegriffen habt sozusagen ganz wirklich Sporen, Sporen Pollen wie im heimischen Garten.

00:22:43: Dann hat der wahrscheinlich Botanika an der Hand die Pollen und Sporen zu analysieren.

00:22:47: Hat er's auch gemacht?

00:22:50: Genau.

00:22:50: Wir haben natürlich, also erst mal an Bord hatten wir damals schon ein großes Team mit vielen unterschiedlichen Expertisen dabei aber für diese terrestrische Expertise, also Polen und Sporen, also wirklich Landpflanzen da hatten wir keinen dabei.

00:23:07: den haben wir dann im Nachgang der Fahrt eben aktiviert.

00:23:10: Den haben wir im Vorfeld schon angesprochen falls sowas vielleicht gefunden werden sollte dass wir nicht sprechen.

00:23:16: Das ist das dann tatsächlich

00:23:17: so kompetent.

00:23:17: Natürlich selbst nie gedacht Aber mit dem arbeite ich bis heute sehr eng zusammen und das ist mittlerweile wirklich schon eine sehr intensive Zusammenarbeit geworden.

00:23:25: Und der ist eben spezialisiert, er ist Palio Botanica, Palinologe nennt man das die sich mit Pollen und Sporen beschäftigen und eben mit Fokus auf diese sehr alten Zeiträume Kreide des EU-Zähn, Oligo-Zähen, Miu-Zehnen sowas ja also mehrere Millionen Jahre alt.

00:23:43: Ich mich raten bei der nächsten Fahrt da von mit oder?

00:23:46: Genau, da darf er mit und Anfang kommenden Jahres findet die Stadt.

00:23:50: Da fahren wir jetzt wieder mit Mebo dann in Indian Arktis, in die Westland-Arktis und da wird das Team natürlich an Bord ungleich größer sein.

00:23:59: Weil ihr jetzt wisst dass ihr da eventuell wieder aus dem vollen Schöpfen könnt?

00:24:03: Wir wissen natürlich sehr viel genauer.

00:24:05: was wir noch nicht wissen Ja, dass nach den gesamten Analysen die wir bisher an den Kernmaterialien, die wir hier in den letzten Jahren im Jahr war, dort nach oben gebracht haben.

00:24:15: Da haben wir uns einfach sehr viel detailliertes Wissen über die Entwicklung der Western Arktis in diesen Extremzeiträumen.

00:24:25: haben eben auch noch sehr viel Unwissen über ganz bestimmte Zeiträume, was dem brauchen um auch die Reaktion der West-Antarktes speziell aber auch der Antarktes im Allgemeinen in Zeiträumen besser zu verstehen.

00:24:40: Die wärmer und CO² reicher sind als heute.

00:24:43: Ich denke ganz leider auch, ihr guckt ja wirklich so am letzten Zippel.

00:24:46: Also man hat da die Antarktis liegen mit vier Kilometer Heißpanzer an den Mächtigen zu schälen.

00:24:50: wenn es so, weil ich da richtig bin... Ihr kommt dann nur einer ganz kleinen Hecke ran und müsst euch dann immer unter das Bild zusammen rein.

00:24:55: Das wäre ja nicht toll, wenn man durch das Eis komplett in den Boden bohren könnte, weil du sagtest, die war relativ stabil der Antarktest.

00:25:02: Man müsste ja da auch direkt unter dem Eis was finden können wenn man könnte oder?

00:25:05: Genau!

00:25:06: Die Wahrscheinlichkeit ist immer höher dass man etwas an den Rändern findet.

00:25:11: Metermächtigen Eispanzer der Antarktes wird natürlich auch extrem viel erodiert.

00:25:17: Durch die Gletscher?

00:25:18: Genau,

00:25:18: durch die Glettscher selbst.

00:25:19: Man kennt das ja wenn man mal in den Alpen war was Gletsche für ein unglaubliches Potenzial haben zu erodieren und wirklich Landschaften auch durchgreifen zu ändern.

00:25:30: Die schaffen ja richtige Gletscherteele, die rogelgen richtig ab.

00:25:33: Und je mächtiger der Eisschild wird desto stärker ist natürlich auch die darunter liegende Erosion Und wir vermuten, dass in den allermeisten Bereichen auf jeden Fall der Ostland-Aktis aber auch Teile der Westland-Arktis ist kristallines Gestein.

00:25:49: Also Gneise oder Granite, die uns nicht die Möglichkeit geben würden wirklich solche halbe Umweltanalysen zu machen.

00:26:00: und die Sedimente haben sich meistens erhalten an den Rändern der Handaktis da wo eben die Glatialerosion über die letzten Millionen Jahre intensiv war und wo sich eben in diesen Warmzeiten, in der wir auch heute sind wieder – wo einfach große Teile des antaktischen Kontinentalschefes eisfreit sind.

00:26:20: Dass die Erosion in den Bereichen eben schwächer war während der Kalzzeiten und gar nicht vorhanden war während

00:26:33: Okay, also gut.

00:26:34: Also das heißt muss ich nicht ärgern, dass man nicht rankommt.

00:26:37: Das sind doch die guten Stellen ... Die sind doch durchaus erreichbar!

00:26:41: Ich hab gesehen auch, dass ihr euch mit Waldbrennen anbefasst habt.

00:26:44: Ist natürlich ja eine bizarre Vorstellung.

00:26:47: Grüne Handarkt ist schon stark genug aber das ist da auch noch brennt wie ein heißen Trockenwald.

00:26:53: Dass es dann nochmal einer drauffindet was hat's damit auf sich?

00:26:57: Ja, also das sind jetzt so erste Hinweise, die wir haben... Überraschend, also klar der Wald ist total überraschende.

00:27:06: Aber wenn man sich jetzt vorstellt, man hat so ein Mischwald vorhanden zum Beispiel aus Südbuchen aber auch Nadelräumen und man hat

00:27:14: z.B.,

00:27:15: wie in der Westland-Arktis damals der Fall eben auch in der Nähe Vulkanismus dann sind natürlich Vulkanausbrüche die es immer mal wieder gegeben haben muss einer der Gründe für solche Feuer.

00:27:26: aber zusätzlich hatten wir natürlich im Jahresverlauf auch extrem starke Temperaturunterschiede, also eine sehr hohe Saisonalität was natürlich auch mit sehr starken Wetterumschwüngen einhergegangen sein muss und das heißt eben Gewitter.

00:27:42: Das ist auch verrückt, oder?

00:27:42: Gewitternde Handaktes.

00:27:43: Genau,

00:27:44: gewitternde handaktes und die muss es eben in solchen Zeiträumen auch wahrscheinlich recht ausgeprägt gegeben haben.

00:27:52: Und dann durch die Blitze natürlich auch eine natürliche Form der Waldbrand Verursachung.

00:27:58: Wir haben das noch gar nicht so lange her In diesen Kreidesedimenten also wo auch dieses Wurzelnetzwerk drin waren diese vielen Polen und Sporen.

00:28:06: da haben wir eben auch einen kleinen Bereich den ersten antaktischen Bernstein finden können vor anderthalb Jahren das veröffentlicht.

00:28:16: Und da haben wir wirklich Hinweise drauf, dass dieser Bernstein und das nennt man dann so einen pathologischen Bernsteinflus oder in dem Fall ja noch Harzfluss auf verletzte Baumrinde drauf gelegt haben muss.

00:28:32: Ah ja, daher pathologisch?

00:28:34: Genau!

00:28:37: Das passiert in den meisten Fällen, wenn es Verletzungen durch Waldbrände gab.

00:28:45: Und das ist jetzt so ein erster Hinweis darauf.

00:28:48: Wir haben jetzt ein paar Proben, an denen wir noch zusätzlich gearbeitet haben, wo wirklich auch Hinweise auf Holzkohle drin sind und da sind wir gerade dabei, das genauer zu untersuchen und hoffentlich bald die ersten wirklich festen Beweise für eventuelle Waldbrände zu liefern.

00:29:07: Ja aber die Indizien sind stark offenbar für Waldbränder Gewitter Vulkane.

00:29:13: Richtig, die sind stark und das ist eben auch eine Umwelt, die gut und gerne dann auch immer mal wieder gebrannt haben kann.

00:29:20: und dieser Bernstein den wir da gefunden haben und das haben wir auch in der Arbeit geschrieben Das sind eben sehr starke Hinweise darauf dass diese Verletzung dann auch durch Waldbrände damals ausgelöst sein könnten.

00:29:33: Das ist eben recht spannend.

00:29:35: aber da sind wir dran, das gucken wir gerade.

00:29:37: Ja, das heißt ihr habt CT angeschaut.

00:29:40: Das Wurzelwerk ist abgefahren finde ich.

00:29:42: Das ist wirklich original da so liegt.

00:29:44: Ihr habt Pollen, ihr habt Spuren... Ich habe gesehen ihr habt aber auch Klimasimulationsexperten mit im Team.

00:29:50: oder frage ich mich würde man noch so tolle Sachen wie Pollen und Spuren?

00:29:53: Wozu brauche ich dann noch eine Simulation an weiß ich doch unter alles was ich brauch

00:29:57: Genau, aber ich habe dann als wir das alles vorliegen hatten diese wirklich große Vielfalt an Daten beweisen und wir sehr genau eben in dieser Umwelt reingucken können zum Beispiel von neunzig Millionen Jahren.

00:30:12: Aber auch da vor vielen dreißig Millionen Jahren zwei wirklich wichtige Zeiträume wo es auf der Erde sehr, sehr warm gewesen sein muss.

00:30:20: Und da habe ich mich natürlich gefragt, was muss denn im Erdklima sichergestellt werden, dass so etwas überhaupt möglich ist?

00:30:27: Ja.

00:30:28: So was muss passieren, dass wir solche Bedingungen auf so einer geografischen Breite also soweit südlich überhaupt hinbekommen?

00:30:38: Dass wir das eben über längere Zeiträume eben sicherstellen können, dass solche wirklich diversen Umgebungen dort auch überleben können.

00:30:46: Das können wir nur mit global laufenden Klimamodellen, Paleoklima-Modellen beantworten und die haben wir glücklicherweise hier bei unserem AW auch sitzen und mit denen haben wir dann eben sehr intensiv zusammengearbeitet.

00:30:58: Kannst du

00:30:59: einfach mal beschreiben was für Informationen da rauskommen aus dem Modell wenn man das laufen hat?

00:31:04: Also irgendwie stellt es dann ja weiß ich... Temperaturen, Verteilungen weltweit.

00:31:10: Da Luftsturbung keine Ahnung und dann hat man so ein Gesamtbild und ein Teil davon ist die Antarktis oder wie kann ich das vorstellen?

00:31:17: Genau, also erst mal solche Klimamodelle, die wir jetzt da auch haben laufen lassen sind sehr komplexes.

00:31:23: Das ist eigentlich das was zur Zeit wirklich so dass komplexes ist, was man wirklich machen kann.

00:31:29: Das sind Erzsystemmodelle und diese Erzystem-Modelle.

00:31:33: da ist die Atmosphäre reingekoppelt, da ist der Ozean reingegoppelt.

00:31:38: Da ist die Landoberfläche auch mit dynamischer Vegetation reingecoppelt und alle unterhalten sich miteinander.

00:31:45: Du hast verschiedene Klimamodelle für verschiedene Lebensräume oder verschiedene Teile der Erde?

00:31:50: Einzelne!

00:31:51: diese miteinander verknüpft.

00:31:52: Dass die also alle möglichen Änderungen, die in der einen Sphäre passieren dann auch gleich Auswirkung auf die anderen Sphären haben das ist ganz profan.

00:32:01: ja wenn man zum Beispiel eine warme Ozeanströmung hat die in Richtung eines Kontinentes fließt Dann wird es da zu Niederschlag führen zb.

00:32:10: und wenn man dann weiß wie die Topografie war und damit rechnen diese Modelle auch.

00:32:14: Ja also da sind auch topografie Rekonstruktion drin

00:32:17: als bergontal

00:32:18: Genau, Berg und Tal.

00:32:19: Wie hoch war es in bestimmten Regionen?

00:32:22: Und das ist also hochkomplex!

00:32:23: Das haben wir dann noch, dieses Erdsystemmodell mit einem Eisschild-Modell

00:32:30: gekoppelt.

00:32:30: Das kann man nicht direkt koppeln, weil natürlich so ein Eisshild reagiert sehr viel Träger als ein Klimasystem auf sehr viel größeren längeren Zeiträumen.

00:32:42: Deswegen haben wir eine sogenannte Asynchrone Koppelung gemacht.

00:32:46: Also was rechnen lassen im R-System Modell, das dann reingebracht in das Eismodell, dass laufen lassen mit diesen Informationen, das da wieder rausnehmen und wieder zurückbringen.

00:32:57: Das Klimamodell hat das nicht nur ein paar Mal gemacht sondern so um die zweieinhalbzig bis dreihundert mal hin und her gekoppelt.

00:33:02: Um dann zu gucken ja wie sah die Umgebung aus?

00:33:06: Zu dieser Zeit dieses Klima Modells läuft dann in so ein bestimmtes Gleichgewicht rein also bis sich nichts mehr ändert unter den Voraussetzungen aus diesen Zeiträumen, dass man guckt wie sahen die Ozeane zu der Zeit aus.

00:33:18: Wie sah der Untergrund aus zu dieser Zeit?

00:33:21: Dass das was man bis heute am besten weiß über diese Zeiträume eben als Input für diese Modelle benutzt und auch CO² zum Beispiel ja.

00:33:29: und dann guckt man sich an wie das dann so den Datenbeweisen passt und da macht man dann so ein Modell-Datenvergleich.

00:33:37: Und da ist natürlich schön wenn das dann auf einmal zusammenpasst und das hätte es hier getan Und deswegen haben wir jetzt einen völlig neuen Einblick gekriegt, wie die Antarktis zu diesem Zeiträumen erst mal ausgesehen haben muss.

00:33:49: Aber was weltweit auch im Klimasystem notwendig war um das überhaupt hinzukriegen, um das sicherzustellen

00:33:57: Und du hattest vorhin angedeutet, dass es zu ihr jetzt auch wisst welche Fragen ihr stellen müsst.

00:34:01: Kommt das so ein bisschen daher?

00:34:03: Dass ich erfinde, das Bild klingt schon ziemlich vollständig was du da so beschreibst von der Antarktes.

00:34:08: aber ja gibt's da konkrete Lücken die er dann genau aus diesem Prozess aus dem Vergleich von Realdaten und Modellen herausgefunden hat.

00:34:14: Genau.

00:34:15: also da haben wir erstmal wirklich eine total spannende Sache raus gefunden wie überhaupt und wo auch das Eis in der Antartes überhaupt entstanden ist.

00:34:26: Wo hat sich zuerst dauerhaftes Eis, dauerhafte Eisbedeckung auf der Antarctis gebildet?

00:34:33: Und das hat unser Verständnis eigentlich komplett überall Haufen geworfen.

00:34:36: Weil man bisher immer dachte ja dass Eis hat sich dargebildet in der Antarktis wo es eben am Kältesten ist so im Zentrum der Antartis die Gambo Zeph Mountains.

00:34:45: Das ist ein Bereich im Zentrum der Ostern Arktis.

00:34:48: Da ist es natürlich auch in dieser Zeit wohl wahrscheinlich schon sehr kalt gewesen.

00:34:52: aber was fehlt da eben?

00:34:55: Feuchtigkeit und wir brauchen die Feuchtigkeit aus den Ozean für den notwendigen Niederschlag.

00:35:00: Und ohne Niederschlag bildet sich kein Eis!

00:35:03: Und deswegen hat dann unser Modell, was wir dann haben laufen lassen, ein total überraschenden Output gegeben.

00:35:11: Dass das Eis, das dauerhafte Eis sich am Rand der Ostern Arktis gebildet haben muss also heute nördliches Viktoria-Land.

00:35:19: Wo ist das?

00:35:20: Also

00:35:20: jetzt so gegenüber wenn man jetzt Australien in der Südkürste Australien steht und jetzt steht und Richtung Antarktis gucken würde.

00:35:27: Da liegt das Viktoria Land die wir auch zusammen mit der BGR, also mit der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe nach Hannover.

00:35:38: Da haben die Kollegen sehr intensiv in den letzten Jahrzehnten dort gearbeitet Und die wissen eben ziemlich genau, dass für diesen Zeitraum sagen wir mal so vor vierzig Millionen Jahren da das transantaktische Gebirge schon sehr hoch gewesen sein muss.

00:35:52: Also um die tausend fünfhundert Meter Höhe.

00:35:54: und jetzt aus unserem Klimamodell gekoppelt mit dem Eis wissen wir eben, dass der warme Ozean- und Luftmassen sehr nah an diesem Kontinent, an den antaktischen Kontinenten und eben dar ins nördliche Victoria Land gekommen sein müssen.

00:36:09: Und diese beiden Sachen zusammen schon recht hohe Topografie, also recht howe Berge.

00:36:14: Und Niederschlag, der dann eben da oben als Schnee liegen bleiben kann.

00:36:19: Das ist die Grundvoraussetzung um so eine erste Eiskappe zu bilden.

00:36:22: und wenn man erstmal eine Eiskappe hat, dann entwickelt diese einen seltskühlenen Effekt nennt man auch Albedo-Effekte, so ein große Rückstrahleffekt.

00:36:31: Ja das ist eine dunklere Landschaft beim sich auf Eis reflektiert.

00:36:35: Genau das können wir noch selbst ganz gut ausprobieren, wenn man sich im Sommer raus stellt, wenn es draußen ordentlich die Sonne scheint und sich in schwarze oder ein weißes T-Shirt entzieht dann ist ein Definitiv in den schwarzen bisschen wärmer als in dem weißen.

00:36:47: Weil, das Licht wird nicht mehr reflektiert sondern absorbiert und wird umgewandelt in Wärmestrahlung.

00:36:54: Das ist eben natürlich hier ganz genauso.

00:36:56: Ja, die Initialzüge.

00:36:57: Das heißt warme feuchte Luft von mehr und dann diese höher gelegenen Flecken und dann ging es los.

00:37:02: Und

00:37:02: das hat uns eben total überrascht.

00:37:03: Wenn das dann erst mal gegeben ist, dann zeigt uns auch das Modell dass die Eisausbreitung ins ostland-aktische Hinterland eben sehr schnell gingen.

00:37:12: Was heißt sehr schnell?

00:37:13: In geologischen Zeiträumen natürlich so um ein paar zehn tausender Jahre.

00:37:19: Gut schonmal was anderes als vier neun Millionen.

00:37:23: Aber geht dann auch recht zügig, aber trotzdem die Western Arktis muss noch sehr lange eisfrei geblieben sein.

00:37:31: Und wahrscheinlich, wie wir es jetzt vermuten, so um die sechs bis sieben Millionen Jahre länger noch eisfreie geblieben ist, weil wir eben in diesem Zeitraum in der Westernd-Aktis noch sehr dichte Vegetation rekonsumiert haben.

00:37:46: Reicht hohe Temperaturen den Ozean und Atmosphäre also da kann kein Eis über längere Zeiträume stabil gewesen sein.

00:37:53: Kein aufliegendes Eis als wie zum Beispiel ein Eisschild oder auch driftendes Eis wie zb Eisberge kann es dann doch nicht großartig gegeben werden.

00:38:03: Also heute bei der ganzen Klimawandel Diskussion und so weiter trägt sich natürlich immer diese Frage angedeutet der Blick in die Zukunft.

00:38:09: Na klar, das treibt uns alle um mich.

00:38:10: ich will da nicht zu sehr darauf umreiten.

00:38:12: es kann man wird an anderer Stelle schon genug getan aber trotzdem ist natürlich ein Thema dass es umtreibt.

00:38:17: Kann man das tatsächlich umdrehen und sagen euer gut wenn das also Soro war Westarctis ist zuletzt zugefroren.

00:38:24: Wenn's jetzt noch wärmer wird dann gehts doch andersrum oder?

00:38:27: Also das heißt was die beste?

00:38:29: Arktis würde dann jetzt abschmelzen.

00:38:31: und ja lernen wir etwas für die Zukunft.

00:38:33: Ja, das ist ein total wichtiges Stichwort.

00:38:36: Weil wir eben aus dieser Arbeit jetzt wirklich wissen dass so Ab einem CO-Zweigeheit in der Atmosphäre so von fünfhundert bis fünfundundfünfzig.

00:38:47: Da geht es erst los, dass Eis wirklich auch in den Wessern Arktis entstehen kann.

00:38:53: Aber erst wenn wir runtergehen auf, sagen wir mal dreihundert PPM CO zwei also das was wir hatten bevor wir mit unserer Industrialisierung angefangen haben.

00:39:05: aber gehen wir davon aus da wissen wir ziemlich genau das waren so zweieinachtzig PPM.

00:39:10: Erst in diesen Bedingungen bildet sich wirklich in der Antarktis höchstwahrscheinlich eine große Eismasse aus.

00:39:18: Und das ist das Spannende, weil wir wissen heute mit unseren fourhundert vierundzwanzig PPM die wir haben sind wir genau dazwischen.

00:39:26: Wir sind in einem CO-Zweibereich, der wahrscheinlich entscheidend ist für die Stabilität des westernartischen Eischildes.

00:39:34: Und wenn man sich das nur mal verdeutlicht, also vierhundert, vierundzwanzig ppm CO-Zwarner in der Atmosphäre.

00:39:40: Heute!

00:39:40: Das nächste Mal dass wir solch hohe CO- zwei Gehalte in die Atmosphere hatten war im Pliozehen.

00:39:44: Also so sagen wir mal drei bis vier Millionen Jahre vor heute da ist natürlich noch kein Mensch auf dieser Erderung gelaufen.

00:39:50: aber diese Zeiträume müssen wir uns eben vor Augen führen, wenn wir verstehen wollen wie die Erde und im Speziellen die Eisschild reagiert haben Wenn wir CO- Zwei Gehalten haben, die so hoch sind.

00:40:03: Und wie hat in solchen Zeiträumen das andarktische Eis und im Speziellen der westandarktischen Eisschild reagiert, wenn wir so hoch mit dem CO² gehen?

00:40:15: Das sind die großen Fragen, die wir jetzt eben noch haben.

00:40:18: Deswegen fahren wir jetzt auch nochmal hin, weil es genau diese Zeiträume sind.

00:40:22: Plio-Zähnen, also wo der CO²-Gerheit ähnlich war zu heute aber dann auch ins Mio-Zehen, sagen wir mal zwischen siebzehn und vierzehn Millionen Jahre, also der mittleren Teil des Mio.

00:40:31: Zähns wo eventuell so CO-Zweige haltet waren, die wir für die nächsten Dekaden erwarten.

00:40:37: Also für den nächsten Jahrzehnte.

00:40:38: sagen wir mal um die Fünfhundert ppm zum Beispiel Und das ist eben der Spannende.

00:40:43: Gab es da den wässernaktischen Eisschild noch, oder ist er signifikant zurückgegangen?

00:40:49: Oder ist er eventuell auch komplett kollabiert?

00:40:53: Das sind einfach Fragen die wir beantworten müssen um für die Zukunft sehr viel klarer gucken zu können was uns bevorsteht und wie man eventuell darauf reagieren müsste.

00:41:03: Das ist

00:41:03: wahrscheinlich auch nicht so ganz einfach.

00:41:06: Wenn es steigt CO²-Guard, dann geht's grad andersrum und da kommen so Dinge wahrscheinlich mit dazu.

00:41:10: wie du sagst Albedo oder wenn jetzt erst mal schon heiß da ist... Dann ist das was anderes mit der Rückstahlung als wenn du eine Landfläche hast die ist erstmal braun und grün und die muss jetzt erstmal heiß bilden.

00:41:20: Also das sind wahrscheinlich noch ganz andere Dynamiken in der Rolle spielen.

00:41:22: Genau!

00:41:24: Und was eben auch ganz anders ist.

00:41:26: Heute, ja wir ändern heute unserem CO-Zweigehalt in der Atmosphäre sehr viel schneller als es jemals der Fall war an der Erdgeschichte.

00:41:34: Auch wenn man jetzt in diese hoch CO-zweig-Klimate geht wie zum Beispiel die Kreide da von neunzig Millionen Jahren kaum vorstummer für irgendwen.

00:41:42: dieser Zeitraum...

00:41:43: Was du sagst das?

00:41:43: diese tausend bis tausende sechsehntausend PTM oder was?

00:41:45: Besichtig!

00:41:46: Und diese CO-zeigeheite haben sich über sehr lange Zeiträume zu diesen Werten auch entwickelt.

00:41:53: Und wenn man sich die CO-Zweihänderungskurven heute anguckt, dann geht das wirklich sehr schnell.

00:41:59: Als ich geboren wurde in two-tzehn-achtzig, da war CO-zweigehalt in der Atmosphäre dreihundert-achtzlich ungefähr.

00:42:05: Ja, und heute sind wir bei fourhundert vierundzwanzig.

00:42:07: Also das ist ein massiver Anstieg der in dieser Schnelligkeit, in dieser unglaublichen Änderungsrate kaum Beispiele hat in der Erdgeschichte.

00:42:16: Und das ist eben das große Unbekannte wie reagiert unser Erzsystem auf so eine unglaublich starke schnelle Änderung?

00:42:25: Viele Fragen sind offener.

00:42:26: Ein ganz kurzes Beispiel, was wenn du so hundert ppm nimmst also von dreieinhalb auf vierhundert heute sozusagen wie lange hatten das natürlicherweise gedauert?

00:42:34: So eine Änderung als der ganz sicherlich Unterschiede aber so roundabout

00:42:38: Genau, ganz große Unterschiede zwischen den einzelnen Zeiträumen.

00:42:42: Aber schon wenn wir uns bestimmte Zeiträume angucken die zum Beispiel im EU-Zehen dann schon ein paar tausend Jahre Ja Was das braucht und nicht in ein paar Jahrzehnte.

00:42:52: Deswegen nennt man das auch diese Overshoot-Szenarien.

00:42:56: Wir bringen das Klimasystem gerade in so ein Overshoot und es ist ein gigantisches Experiment, was wir als Menschen starten.

00:43:04: Er zieht auch erst seit hundertfünfzig Jahren an.

00:43:06: Und wir zapfen fossile Brennstoffe an die sich über Millionen von Jahre abgelagert haben und die sich normalerweise im natürlichen Kohlenstoffkreislauf wieder abgegeben hätten in die Atmosphäre.

00:43:19: Wir nehmen eine Abkürzung und holen das raus aus der Erdkruste.

00:43:23: Und blasen es direkt in die Atmosphäre.

00:43:26: Das ist eben in dieser Art und Weise auch in dieser Mächtigkeit vorher so nicht passiert, wir machen das ja mit neunund dreißig Gigatonnen pro Jahr!

00:43:34: Also das ist schon Wahnsinn!

00:43:35: Milliarden Tonnen?

00:43:38: Ja, es ist irre viel... Du sagst jetzt also man holt das alte konservierte CO-Zweider raus.

00:43:44: ich mache noch mal zum Schluss den Schleifer zurück zu unserem Wald im Süden.

00:43:49: Also Ablagerungen wie Kohle und so weiter gibt es dann nicht, von den alten Eltern oder?

00:43:53: Doch.

00:43:53: Auch in dem Kern, den wir analysiert haben also aus dem Kreidekern, neunzig Millionen Jahre alt da haben wir ein Stück, also da wo wir auch den Bernstein gefunden haben... Ja!

00:44:02: Es ist Lignit ja das ist braunkohle.

00:44:05: Ach gucke!

00:44:07: Das ist eine frühe Kohle, also in der Inkohlungsstufe relativ früh noch einen Übergang aus dem Torf heraus in eine frühe Kohle, also so eine Braunkohle.

00:44:18: Und wir nennen das dann Lignettisches Material.

00:44:20: Also tatsächlich schon gefunden und auch in anderen Bereichen aus der Antarktis kennen wir einige Punkte wo auch wirklich Kohle ansteht.

00:44:29: Frage zum Schluss was erhofft ihr euch von der nächsten Fahrt?

00:44:32: Was könnte idealerweise darum kommen abgesehen von Pflanzen, Wurzeln im CT?

00:44:38: Ja dass wird eben in diese Zeiträume reinkommen, die wärmer und CO²-Reicher waren als heute.

00:44:44: Also das was uns jetzt kurz bevorsteht ja wenn wir den Klimamodellen Glauben schenken, was wir tun wie der westlandaktische Eichhild in diesen Bereichen reagiert hat.

00:44:57: Weil da sind Bereiche, was ich gerade schon meinte wo der westlandaktische eichhilde anfängt sehr instabil zu werden.

00:45:06: Und wie sah die Westernd-Arktis in diesem Zeiträum aus und was hat auch dazu geführt?

00:45:14: Welche Bedingungen haben dazugeführt, dass zum Beispiel der westerndarktische Eichelt zusammengebrochen ist?

00:45:20: Ist das in irgendeiner Art und Weise vergleichbar mit den Bedingungen, die wir heute in diesen Bereichen sehen?

00:45:26: Also

00:45:26: müssen Sie antworten auf die Frage, wie schlägt das Pendel aus bezüglich Verhalt von der Western Arktis?

00:45:31: Ja, genau.

00:45:31: Und das sieht ehrlich gesagt nicht besonders vielversprechend aus, weil wir ja wissen die Western-Aktis gerade die Bereiche in denen wir da arbeiten also wo diese großen Gletscher, Eisströme, Swades und Pine Island im Pazifik reinmünden die ändern sich zurzeit wirklich extrem.

00:45:48: Da zieht sich diese Aufsetzlinie zurück, also der Bereich wo das Eis das letzte Mal im Bodenkontakt ist, die dünnen sich stark aus und beschleunigen sich.

00:45:57: Und wir wissen dass der Großteil des western-arktischen Eisschälers eben sehr weit unterhalb des heutigen Meeresspiegels aufliegt.

00:46:05: Der bis zu zweieinhalb Kilometer unterhalb eines heutigen Meerespiegeltes.

00:46:09: Das heißt wenn wir diesen Prozess in Gang bringen, dass er sich dieser Aufsitzlinie dann wird sie sich in immer tiefere Topografie zurückziehen.

00:46:17: Das heißt, immer mehr geht verloren und immer weniger Fläche steht zur Verfügung wo nachgeschneit werden könnte und neues Eis eben produziert werden könnte.

00:46:24: Und das macht uns eben große Sorge.

00:46:25: deswegen ist es so wichtig zu verstehen wie dieser Eischel reagiert hat zu Zeiten die wärmer und CO-Reicher waren als heute?

00:46:33: Genau!

00:46:34: Also diese, du sagst was glaub ich, PO-Zehen, vierzehn Millionen Jahre oder so.

00:46:37: ne?!

00:46:38: Genau, also Clio-Zehen das ist so bei ungefähr drei bis vier Millionen Jahre und Mio-Zähnen.

00:46:43: Das wäre dann so siebzehn bis vierzehn Millionen Jahre.

00:46:45: Und da sprechen wir so von fünfhundert ppm'en vielleicht zu zwei drei Grad wärmer als heute.

00:46:50: Ja doch mal gespannt sein nach eurem nächsten Veröffentlichung und die Ergebnisse der nächsten Fahrten oder der nächsten fahrt.

00:46:57: ihr schaut vor allem auch ob's Klima nehme ich mit nicht nur auf die Pollen und Spuren im Boden sondern eben auch Das große Ganzen.

00:47:05: Genau,

00:47:05: ist immer der Gesamtblick.

00:47:07: Ja ich danke dir sehr für die Zeit!

00:47:10: Danke auch, es hat Spaß gemacht.

00:47:12: Mehr über die Klimageschichte unserer Erde lest ihr am aktuellen Heft von Bild der Wissenschaft.

00:47:17: darin geht's um das Ende der letzten Eiszeit.

00:47:20: Europa grieht damals ökologisch bedenklich in Zewanken.

00:47:24: mit Hilfe der sogenannten Isotopenanalyse gelang es Thyminger Forscher nun diese verlorene Welt wieder auferstehen zu lassen.

00:47:33: In der September-Ausgabe findet ihr außerdem ein Titelthema über Mega-Experimente.

00:47:38: Großforschungseinrichtungen wie der Large Hadron Collider am CERN verbrauchen enorme Mengen an Energie und sind teuer in Betrieb!

00:47:46: In Bildter Wissenschaft und online auf wissenschaft.de stellen wir die Frage, ob das noch zeitgemäß ist.

00:47:53: Den Link zu den Artikeln gibt es in den Show Notes.

00:47:56: In der nächsten Podcast-Folge spreche ich dann mit Susanne Lena darüber, wie Stromspeicher der Energiewende einen kräftigen Schub versetzen können.

00:48:05: Über Feedback freuen wir uns jederzeit.

00:48:08: Meldet euch gerne per Mail oder über Instagram!

00:48:10: Vielen Dank fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal.

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